Rundbrief 26, Januar 1999ROG Homepage
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Aus den ROG-Pressemitteilungen

Mexiko

Am 23. Oktober wurde in Mexiko-Stadt der Journalist Claudio Cortés García, Mitarbeiter der mexikanischen Ausgabe von Le Monde Diplomatique, der Zeitungen Reforma und El Financiero sowie des Magazins La Crisis, ermordet aufgefunden. Er wurde seit der Nacht des 20. Oktober vermißt. Drei Tage später fand man seine Leiche auf dem Rücksitz eines Autos. Nach ersten Ermittlungen war der Journalist rund zehn Stunden zuvor erdrosselt worden. Seit Mai 1997 sind in Mexiko vier Journalisten aufgrund ihrer Arbeit ermordet worden. Fast alle Fälle von Angriffen betreffen Journalisten, die in Fällen von Korruption und Machtmißbrauch oder über Drogenhandel recherchierten.

ROG hat in einem Brief an den mexikanischen Generalstaatsanwalt Jorge Madrazo tiefe Besorgnis über diese erneute Gewalttat zum Ausdruck gebracht und fordert von den Behörden, daß sie alle notwendigen Schritte zur Ermittlung und Bestrafung der Täter unternehmen.

Algerien

Sieben internationale Nichtregierungs-Organisationen verurteilten in der dritten Woche des algerischen Zeitungsstreiksi mit einer gemeinsamen Erklärung die Ausnutzung des staatlichen Druckerei-Monopols zur Zensur gegen kritische Zeitungen.

Die Unterzeichner des am am 4. November veröffentlichten Aufrufs sind: Article 19 (London), die Internationale Journalistenvereinigung (Brüssel), die Internationale Liga für Menschenrechte (Paris), der Internationale PEN (London), das Internationale Presseinstitut (Wien), das World Press Freedom Committee (Reston, USA) und das Internationale Sekretariat von Reporter ohne Grenzen (Paris).

Iran

Die Welle der Gewalt im Iran war Thema zahlreicher Protestbriefe und Presseerklärungen. Bereits seit Ende August fehlt jede Spur von Pirus Davani, dem Chefredakteur der Zeitung Pirus. Am 28. November berichtete die Zeitung Kar e Karagar von Gerüchten über seine Hinrichtung. Am 20. November "verschwand" Majid Sharif, Mitarbeiter der Iran Farda. Fünf Tage später wurde er tot aufgefunden. Am 10. Dezember fand man die Leiche des seit dem 3. Dezember vermißten Journalisten und Schriftstellers Mohamad Mokhtari. Mokhtaris enger Mitarbeiter, der Übersetzer Mohammad Jafar Pujandeh, wurde seit dem 9. Dezember ebenfalls vermißt und am 12. Dezember erdrosselt aufgefunden. Am 6. Januar gab das iranische Informationsministerium öffentlich die Verwicklung von Geheimdienstmitarbeitern in die Gewalttaten zu.

In Briefen an Bundeskanzler Gerhard Schröder, Außenminister Joschka Fischer und den Menschenrechtsbeauftragten Gerd Poppe, hat die deutsche Sektion von Reporter ohne Grenzen am 15. Dezember um Unterstützung für die bedrohten Journalisten, Schriftsteller und Intellektuellen im Iran gebeten. Alle ROG-Sektionen wandten sich mit ähnlichen Schreiben an ihre jeweiligen Regierungen und forderten außerdem die Europa-Parlamentarier ihrer Länder auf, einer entsprechenden Resolution zuzustimmen, die am 17. Dezember verabschiedet wurde.

Mohamed Mokhtaris Tod wurde am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, bekannt. Weil bei den übrigen Ermordeten der Zusammenhang zu ihrer journalistischen Arbeit nicht ohne jeden Zweifel feststeht, wird für Iran "nur" ein ermordeter Journalist in der ROG-Jahresbilanz 1998 geführt.

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