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PRESSEMITTEILUNG Berlin, 27.2.2002

Deutschland/Russland:

Reporter ohne Grenzen, ai und BUND fordern Freilassung von Grigorij Pasko

Mahnwache am 28. Februar um 11 Uhr vor der Russischen Botschaft in Berlin

Reporter ohne Grenzen, amnesty international (ai) und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) appellieren an die russische Regierung, den Journalisten Grigorij Pasko sofort und bedingungslos freizulassen. Die Menschen- und Umweltschutzorganisationen nehmen den sechsten Jahrestag des Beitritts Russlands zum Europarat zum Anlass, mit einer Mahnwache ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen. "Das Urteil gegen Grigorij Pasko muss unverzüglich aufgehoben werden. Wir können nicht tatenlos zusehen, wie die Pressefreiheit in Russland immer weiter eingeschränkt wird", sagt Elke Schäfter, Geschäftsführerin der deutschen Sektion von Reporter ohne Grenzen. Als Mitglied des Europarats hat sich Russland zur Einhaltung der durch die Europäische Menschenrechtskonvention garantierten Rechte verpflichtet.

Grigorij Pasko ist am 25. Dezember 2001 von einem Militärgericht in Wladiwostok wegen "Landesverrat" zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Der Journalist und Offizier hatte Angehörige der russischen Pazifikflotte bei der Entsorgung von Atommüll in das japanische Meer gefilmt; das Filmmaterial wurde später in Russland und Japan veröffentlicht. Am 12. Februar annullierte das höchste Militärgericht Russlands zwar das Dekret des Verteidigungsministeriums, auf Grund dessen der Journalist verurteilt wurde, dennoch ließ man Pasko nicht frei: Die Annullierung ist nicht rückwirkend gültig.

"Wir sind davon überzeugt, dass der wahre Grund für die Verurteilung Grigorij Paskos seine engagierte Berichterstattung über die Verschmutzung der Umwelt ist", so Peter Franck, Vorstandsmitglied von amnesty international. Stefan Bundscherer, Geschäftsführer des BUND Berlin, betont: "Der Einsatz für Natur und Umwelt ist kein Landesverrat. Wir brauchen mutige Menschen wie Grigorij Pasko, die Umweltsünden aufdecken."

Die Verurteilung des Journalisten stellt nach Ansicht der Organisationen den Versuch der russischen Behörden dar, Bürgerinnen und Bürger einzuschüchtern, die ihr verfassungsmäßig garantiertes Recht auf Meinungsfreiheit wahrnehmen und sich für das Recht auf eine saubere Umwelt einsetzen.

Für weitere Informationen:

Reporter ohne Grenzen
Tel. (030) 615 85 85
www.reporter-ohne-grenzen.de

ai-Bezirk Berlin-Brandenburg
Tel. (030) 841 090 52
www.amnesty-bb.de

BUND LV Berlin
Tel. (030) 78 79 000
www.bund-berlin.de

 

Reporter ohne Grenzen
Skalitzer Straße 101,
D-10997 Berlin
Germany
rog@snafu.de
Tel.: 49 - 30 - 615 85 85
Fax: 49 - 30 - 614 34 63

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