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PRESSEMITTEILUNG Berlin, 14.9.2001

Ukraine / 1. Jahrestag der Ermordung von Georgij Gongadse:

Reporter ohne Grenzen fordert eine internationale Untersuchungskommission

Am 16. September vor einem Jahr "verschwand" der ukrainische Journalist Georgij Gongadse. Einige Wochen später fand man seine stark verwesete Leiche - der Kopf fehlte. Der Fall gilt als abgeschlossen: Seine Mörder seien verhaftet - aber leider ebenfalls ermordet - worden.

In der Ukraine wurden in den letzten fünf Jahren 13 Journalisten ermordet. Der Fall Gongadse markiert dabei einen entscheidenden Wendepunkt. Der Mord am Chefredakteur des regierungskritischen Online-Magazins Ukrainska Prawda führte im Land zu einem Erwachen der Zivilgesellschaft. Im Ausland wurde man sich der ernsten Bedrohung der bürgerlichen Freiheiten in der Ukraine bewusst.

Die Enthüllungen über mögliche Verwicklungen hochrangiger Regierungsvertreter in das "Verschwinden" des Journalisten erschütterten die Macht von Staatspräsident Kutschma, doch Staatsapparat, Justiz und Polizei verschleppten die Suche nach der Wahrheit. Generalstaatsanwalt und Innenminister, die der Journalist kurz vor seinem "Verschwinden" beschuldigt hatte, ihn bedroht zu haben, widersetzten sich jeder seriösen Untersuchung der Umstände des Verbrechens. Der vom ukrainischen Parlament eingesetzten Untersuchungskommission wurden jegliche Mittel für erfolgversprechende Ermittlungen verwehrt.

Reporter ohne Grenzen fordert daher - zusammen mit der Mutter des Journalisten, Alexandra Gongadse, sowie seiner Witwe Miroslava - die Einsetzung einer internationalen Untersuchungskommission zum Verschwinden und zum Mord an dem Journalisten Georgij Gongadse.

Die internationale Organisation zur Verteidigung der Pressefreiheit fordert

Nur ein solches Gremium, das Justiz- und Polizeibeamte, nationale und internationale Experten, Vertreter von Organisationen, die mit den internationalen Verpflichtungen der Ukraine befasst sind, Mitglieder der parlamentarischen Untersuchungskommission, Menschenrechtsorganisationen und Familienmitglieder vereint, kann letztlich Aufklärung über das Geschehen und die dafür Verantwortlichen schaffen.

 

Für weitere Informationen:

Reporter ohne Grenzen
Tel. (030) 615 85 85
kontakt@reporter-ohne-grenzen.de
www.reporter-ohne-grenzen.de

 

Reporter ohne Grenzen
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rog@snafu.de
Tel.: 49 - 30 - 615 85 85
Fax: 49 - 30 - 614 34 63

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