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Pressemitteilung Berlin, 8.12.2000

Kolumbien:

Zwei Journalisten innerhalb von zwei Wochen in der Provinz Caquetá ermordet

Kaum ein Monat vergeht, ohne dass ein Journalist entführt oder ermordet wird

Mindestens 47 Journalistinnen und Journalisten wurden in den letzten zehn Jahren in Kolumbien ermordet. Allein 1999 wurden sechs Journalisten Opfer von gezielten Mordanschlägen. Seit 1998 wurden 38 Reporter entführt, zwei weitere „verschwanden" unter ungeklärten Umständen. Acht Journalisten gingen seit Anfang dieses Jahres aus Angst um ihr Leben ins Exil.

Die jüngsten Opfer sind:

Reporter ohne Grenzen fordert in einem Brief den kolumbianischen Generalstaatsanwalt Alfonso Gómez Méndez auf, umfassende Ermittlungen einzuleiten, um die Morde aufzuklären. „Der gängigen Praxis, dass so viele Journalistenmörder ungestraft davon kommen, muss ein Ende gemacht werden", schreibt die internationale Organisation zur Verteidigung der Pressefreiheit.

In Kolumbien geraten Journalisten zwischen alle Fronten, wenn sie es wagen, die permanenten Menschenrechtsverletzungen anzuklagen und nach Wegen zur Lösung des bewaffneten Konfliktes zwischen der Regierung und den Guerillagruppen ELN und FARC zu suchen. Auch bei Recherchen zum organisierten Verbrechen sind sie bedroht, ebenso bei Recherchen über Menschenrechtsverletzungen durch die Armee.

Polizei, Armee, Justiz und Regierungsbehörden sind oft genug in Drogengeschäfte und andere kriminelle Machenschaften verwickelt, weshalb Gewalttaten gegen Journalisten und andere Kritiker in den meisten Fällen straflos bleiben.

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