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Pressemitteilung Berlin, 23.10.2000

Spanien:

Baskische Journalistin Carmen Gurruchaga erhält Menschenrechtspreis 2000 von Reporter ohne Grenzen/Fondation de France

Sperrfrist: 27. Oktober 2000

Preisverleihung: 27.10.2000, 11.30 Uhr, Espace Elektra, 6 rue Récamier, 75007 Paris

Am 27. Oktober erhält die baskische Journalistin Carmen Gurruchaga in Paris den Menschenrechtspreis von Reporter ohne Grenzen/Fondation de France. Eine internationale Jury verleiht den mit 50 000 Francs (ca. 15.000 DM) dotierten Preis seit 1992 an Journalistinnen und Journalisten, die sich in besonderer Weise um die Pressefreiheit in ihrem Land verdient gemacht haben.

* Die Mitarbeiterin der im Baskenland erscheinenden Ausgabe der spanischen Tageszeitung El Mundo war mehrere Male Ziel von Attentaten der ETA. Im Dezember 1997 explodierte eine Bombe vor ihrem Haus in San Sebastian, wo die 45-Jährige mit ihren beiden Söhnen lebte.

* Sie erhielt mehrfach anonyme Todesdrohungen, ihr Name steht auf einer "Schwarzen Liste" der ETA. Carmen Gurruchaga entschloss sich daher, nach Madrid zu gehen, wo sie ständigen Polizeischutz erhält.

Journalisten können in der baskischen Provinz Spaniens ihren Beruf nicht ungefährdet ausüben. Seit 1997 wurden dort 13 schwerwiegende Angriffe auf Journalisten verübt. Seit Anfang dieses Jahres führt die ETA eine Kampagne mit zunehmender Gewalt gegen Medien und Journalisten. Die Reihe von Angriffen auf Journalisten oder Büros von Tageszeitungen erreichte ihren Höhepunkt am 7. Mai mit der Ermordung von José Luis López de Lacalle, ebenfalls Korrespondent der baskischen Ausgabe von El Mundo.

* Etwa 50 Journalisten und Redakteure leben unter Polizeischutz in der baskischen Provinz und Madrid. Insgesamt rund 100 Journalisten bekommen entweder offiziellen oder privaten Schutz. Etwa zehn Journalisten aus dem Baskenland leben im "Exil" in Spanien, weil sie sich ebenfalls Todesdrohungen ausgesetzt sahen.

Reporter ohne Grenzen/Fondation de France verleihen seit 1992 ihren Menschenrechtspreis. Er ehrt eine Journalistin oder einen Journalisten wegen seiner beruflichen Tätigkeit, seiner Meinung oder seiner Haltung zur Verteidigung der Pressefreiheit. Der Jury gehören 21 Mitglieder aus 12 Ländern an, darunter aus Deutschland: Sabine Christiansen, Manfred Bissinger und Michael Rediske.

Reporter ohne Grenzen (gegründet 1985) ist eine internationale, gemeinnützige Menschenrechtsorganisation. Sie verteidigt das Recht zu informieren und informiert zu werden und setzt sich für verfolgte Journalistinnen und Journalisten ein. Die Organisation hat Sektionen in acht europäischen Ländern, unterhält Büros in Abidjan, Bangkok, Istanbul und Washington und arbeitet mit mehr als 100 Korrespondenten weltweit zusammen.

Fondation de France ist eine private gemeinnützige Institution, die Projekte im öffentlichen Interesse fördert. Sie wurde 1969 auf Initiative von General de Gaulle und André Malraux gegründet.

Weitere Informationen, wie z.B. einen Bericht zur Lage der Pressefreiheit in Spanien, senden wir Ihnen gerne zu.

Reporter ohne Grenzen
Skalitzer Straße 101,
D-10997 Berlin
Germany
rog@snafu.de
Tel.: 49 - 30 - 615 85 85
Fax: 49 - 30 - 614 34 63

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