Rundbrief 41, Juni 2001ROG Homepage
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Türkei:

Erfolg vor Gericht für türkische Journalistin

Obwohl die Journalistin und Autorin Nadire Mater (auch Korrespondentin von ROG) und ihre Verlegerin Semih Sökmen schon im September 2000 der "Herabwürdigung und Beleidigung des Militärs" freigesprochen worden waren (vgl. Rundbrief 37), blieb ihr Buch verboten. Jetzt nicht mehr: Anfang Juni bestätigte das Berufungsgericht die Aufhebung des Verbots gegen "Mehmets Buch", das 42 anonyme Interviews mit ehemaligen türkischen Soldaten enthält, die im Südosten des Landes gegen die kurdische PKK eingesetzt waren. Das Buch war bis zu seinem Verbot im Juni 1999 ein türkischer Bestseller. Es erscheint demnächst auf Deutsch im Suhrkamp-Verlag.

ROG hat Nadire Mater stets unterstützt. Wir freuen uns sehr!

Äthopien:

Zwei äthiopische Journalisten endlich frei

Nach dreieinhalb Jahren wurden Garuma Bekele und Tesfaye Deressa von der privaten Wochenzeitung Urji am 10. Mai aus der Haft entlassen, die Anklage "terroristische Aktivitäten und Verbreitung falscher Informationen" wegen "Mangels an Beweisen" eingestellt. Die beiden waren im Oktober 1997 verhaftet worden: Die Zeitung hatte darüber berichtet, dass die Staatssicherheit in den Mord an drei vermeintlichen Mitgliedern der Oromo Befreiungsfront verwickelt war.

Paraguay:

Briefkampagne nach Mord an Journalisten

Die Meldung vom Mord an dem paraguayischen Journalisten Salvador Medina aus unserem letzten Rundbrief führte zu einer Briefkampagne: ai-Mitglieder und die Pro Paraguay Initiative schreiben an die Regierung mit der Forderung nach umfassenden Ermittlungen, einem Gerichtsverfahren gegen die Täter sowie wirksamem Schutz für den Bruder des Journalisten.

Am 5. Januar war Medina, Mitarbeiter und Aufsichtsratvorsitzender des kommunalen Radiosenders Ñemety in Capiibary (300 km nordwestlich der Hauptstadt Asunción) erschossen worden. Medina und sein Bruder Pablo, ebenfalls Journalist, erhielten Todesdrohungen.

Wir hoffen auf Nachahmer!

Weißrussland:

Wo ist Sawadski?

Am 11. Mai gaben die weißrussischen Behörden die Verhaftung von Verdächtigen bekannt, die den Kameramann Dimitri Sawadski am 7. Juli 2000 entführt hätten: gegenwärtige oder ehemalige Agenten des Innenministeriums, die der extrem rechten russischen Bewegung Nationale Einheit Russland angehörten. Doch von Sawadskij fehlt noch immer jede Spur. - Der Mitarbeiter des russischen Fersehsenders ORT, "verschwand" am Flughafen Minsk. 1996 hatte der ehemalige Kameramann von Präsident Lukaschenko gegen den Willen der weißrussischen Behörden das staatliche Fernsehen verlassen.

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