Rundbrief 41, Juni 2001ROG Homepage
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Spanien:

Solidarität mit Journalisten im Baskenland

Wer einen anderen Standpunkt vertritt als den der ETA, lebt gefährlich: Am 24. Mai wurde Santiago Oleaga Elejabarrieta, Finanzchef der Zeitung El Diario Vasco, in San Sebastián ermordet. Der Journalist Gorka Landaburo wurde am 15. Mai durch eine Briefbombe schwer verletzt. – Seit dem 10. Juni berichten europäische Medien auf Anregung und mit Unterstützung von ROG verstärkt über die Schwierigkeiten der Journalisten im Baskenland, darunter der Deutschlandfunk, Radio France, Le Soir (Belgien), Kurier (Österreich) und Corriere della Sera (Italien). Der Beitrag von Jens Borchers, DLF-Korrespondent in Madrid, ist am 2. Juli um 20:20 zu hören.

Frankreich/Tschetschenien

Selbstmord nach Geiselhaft

Der französische Fotograf Brice Fleutiaux, der sich von Oktober 1999 bis Juni 2000 in Tschetschenien in Geiselhaft befand, hat am 24. April Selbstmord begangen. Seine Erlebnisse hatte er in dem Buch "Otage en Tchetchenie" geschildert. In seinem Abschiedsbrief schrieb Fleutiaux: "Am Tag meiner Rückkehr habe ich mir geschworen, meinen Entführern nie zu verzeihen, dass sie mir acht Monate meines Lebens gestohlen haben. Heute weiß ich, dass sie mir viel mehr als das angetan haben."

Reporter ohne Grenzen fordert die psychologische Betreuung in solchen Fällen.

 

Russland:

Neuer Prozessgegen Grigory Pasko

Gegen den russischen Journalisten Grigory Pasko wird am 20. Juni ein neuer Prozess am Militärgericht der Pazifikflotte eröffnet. Pasko war Redakteur der Zeitung der Pazifikflotte, Bojewaja Wachta, als er im November 1997 des Hochverrats angeklagt wurde. Er hatte die Verklappung radioaktiver Abfälle im Japanischen Meer gefilmt. Die Bilder wurden von dem japanischen Fernsehsender NHK ohne Zustimmung des Journalisten ausgestrahlt. 1999 wurde Pasko zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, kam aber durch eine Amnestie frei. Der Oberste Gerichtshof hob das Urteil im November 2000 auf.

Reporter ohne Grenzen hat mehrmals protestiert.

Haiti:

Haiti-Bericht zum Mord an Jean Dominique

Im März reiste eine ROG-Delegation nach Haiti, um sich über den Stand der Ermittlungen im Fall Jean Dominique zu informieren. Der politische Kommentator war am 3. April 2000 auf dem Hof seiner Radiostation Haiti Inter niedergeschossen worden. Laut AFP wurde am 31. Mai ein Senator der Tat angeklagt. Dieser spricht von einem "Komplott" und ist mit der Aufhebung seiner Immunität einverstanden.

Bericht für 5 DM bei der Geschäftsstelle erhältlich.

Tadschikistan:

Für ein Jahr in Sicherheit

Auf den dringenden Hilfsappell von Reporter ohne Grenzen und Thomas Roth (ARD-Studio Moskau) für Dododjon Atovulloev reagierte die Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte mit der Einladung an den tadschikischen Journalisten nach Deutschland. Am 21. Mai kam er mit seiner Familie für ein Jahr nach Hamburg. Im November 2000 war er für vier Wochen bereits Gast von ROG: Er hatte aus sicherer Quelle erfahren, dass ein Killer auf ihn angesetzt worden war (siehe Rundbrief Dezember 2000).

Atovulloev möchte die Einladung der Stiftung nutzen, um neue Kontakte zu knüpfen und als Ansprechpartner und Referent über sein Land und die dortigen Zustände zu informieren. Zudem will er seine 1991 gegründete freie und demokratische Zeitung Tscharogi Rus (Tageslicht), die 1997 in Tadschikistan verboten wurde und seitdem im russischen Exil erschien, weiterhin veröffentlichen. Hierfür braucht er dringend Förderer. (Kontakt über die ROG-Geschäftsstelle).

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