Rundbrief 41, Juni 2001ROG Homepage
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In den vergangenen zwei Monaten starben fünf Journalisten

CHRONIK DER OPFER

Thailand

Am 10. April wurde Withayut Sangsophit (56), Direktor des Radiosenders Home Media, erschossen, als er das Gebäude des Senders in Surat Thani betreten wollte. Polizeiangaben zufolge haben zwei oder drei unbekannte Personen auf ihn gefeuert. Sein Tod könnte mit seinen Recherchen über Korruption in der Stadtverwaltung in Verbindung gebracht werden. Nach ersten Morddrohungen stand er mehr als drei Monate lang unter Polizeischutz, der aber kurz vor seiner Ermordung beendet wurde. Die Polizei hat zwei Verdächtigefestgenommen.

Kolumbien

Flavio Bedoya, Korrespondent der kommunistischen Wochenzeitung Voz à Tumaco, wurde am 27. April nahe der Grenze zu Ecuador erschossen. Der 52-jährige Vater von drei Töchtern hatte Todesdrohungen erhalten, nachdem er ein Interview mit dem Kommandanten der Untergrundarmee FARC und einen Artikel über die Konfrontation zwischen der Guerilla und den Paramilitärs bei Tumaco veröffentlichte. Die Polizei vermutet eine paramilitärische Gruppe hinter dem Attentat.

Bangladesh

Am 23. April starb Nahar Ali, Korrespondent der bengalisch-sprachigen Tageszeitung Dainik Anirban im Südosten des Landes. Am 18. April war er aus seinem Dorf Dumuria gekidnappt worden. Zwei Tage später wurde er bewusstlos und schwer verletzt aufgefunden. Seine Entführer hatten ihm Arme und Beine gebrochen und ihn zum Sterben liegen gelassen. Nach Auskunft der Ärzte waren Gehirnverletzungen und schwere Blutungen die Todesursache.

Spanien

Santiago Oleaga Elejabarrieta, Finanzchef der baskischen Tageszeitung El Diario Vasco, wurde am 24. Mai auf dem Parkplatz eines Krankenhauses in San Sebastían erschossen. Der 54-Jährige war sofort tot. Die Polizei schreibt das Attentat der ETA zu. Nach Angaben lokaler Journalisten hatte Oleaga Elejabarrieta keine Drohungen erhalten.

Philippinen

Am 30. Mai erschossen zwei Unbekannte Candalerio "Jun" Cayona, Journalist des Radiosenders DXLL in Zamboanga. Der 27-jährige wurde von einer Kugel in dem Kopf getroffen, als er mit dem Motorrad zum Radiosender fuhr. Nach Angaben seiner Familie hatte er Todesdrohungen erhalten. Nachdem Cayona Interviews mit Abu Sayyaf-Rebellen führte, bedrohte ihn im September Colonel Jovenal Narcise, Kommandeur einer Sondereinheit der philippinischen Armee: "Sollte ich hören, dass Sie Sabaya (Sprecher der Abu Sayyaf) nochmal interviewen, lege ich Sie um."

Cayona ist der dritte Journalist innerhalb von sechs Monaten, der auf der Insel Mindanao ermordet wurde.

 

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