Rundbrief 40, April 2001ROG Homepage
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Bulgarien:

Spannungen im Nationalradio

Mit dem Ausscheiden des letzten Generaldirektors aus seinem Amt begannen Ende Januar beim Bulgarischen Nationalradio (BNR) die Spannungen. Im Februar wählte der neunköpfige Nationale Hörfunk- und Fernsehrat (NSRT), der die politischen Verhältnisse im Land widerspiegelt, nach langem Disput den Schriftsteller Ivan Borislavov zum neuen Generaldirektor. Als solcher wurde Borislavov trotz 30-jähriger Berufserfahrung beim BNR von einem Teil der Mitarbeiter nicht akzeptiert. Die Redakteure des ersten Programms ("Horizont") kritisieren, seine Wahl sei von der Regierung beeinflusst worden, um den Sender vor der Parlamentswahl am 17. Juni mundtot zu machen.

Borislavov habe als früherer Kulturredakteur auch kaum Ahnung von politischen Nachrichtensendungen, was die Seriosität und die guten Quoten des BNR gefährde. Seit nunmehr 50 Tagen protestieren die Journalisten vor dem Hörfunkhaus. Borislavov, der zurzeit im Krankenhaus liegt, hat sein Team "aufräumen" lassen und zwei führende Moderatoren entlassen. Inzwischen hat sich sogar Staatspräsident Petar Stojanov eingeschaltet. Jetzt erwarten alle das Urteil des Obersten Amtsgerichts in Sofia. Einer der Kandidaten für den Posten hat das Gericht mit der Klage angerufen, die Wahl Borislavovs sei rechtswidrig, der neue Generaldirektor also gar nicht legitim.

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