Rundbrief 38, Dezember 2000ROG Homepage
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Burkina Faso:

Pressekampagne zum zweiten Todestag von Norbert Zongo

Am 13. Dezember 1998 wurden die Leichen des Journalisten Norbert Zongo, seines Bruders und eines seiner Mitarbeiter in einem ausgebrannten Jeep aufgefunden. Zwei Tage später gingen tausende von Studenten auf die Straße und demonstrierten vor dem Justizpalast; zehntausende Menschen gaben den sterblichen Überresten von Norbert Zongo das letzte Geleit.

Norbert Zongo verdankte seine immense Popularität seinem radikalen Enthüllungsjournalismus. Seit 1996 konzentrierte er seine Recherchen weitestgehend auf Unterschlagung öffentlicher Gelder. Zuvor deckte er mehrere Skandale und Affären zumeist in Regierungskreisen auf.

Zongo war Chefredakteur der einflussreichsten Wochenzeitung Burkina Fasos, L’Independant. Die dubiosen Umstände seines Todes lösten damals eine mehrere Monate dauernde Regierungskrise aus. Einige burkinesische NGOs und politische Parteien schlossen sich zu einem Oppositionsbündnis zusammen und verlangten von der Regierungspartei CDP - mittels Streiks und teilweise gewaltsamen Demonstrationen - die Aufklärung der Ermordung Zongos und die Freilassung von politischen Gefangenen; die Regierung um Präsident Campaore machte daraufhin teilweise Zugeständnisse.

Ein unabhängiger Untersuchungsauschuss mit Beteiligung von ROG erklärte im Mai 1999, es habe sich eindeutig um einen geplanten Mord gehandelt, sechs Militärs aus der Präsidentengarde seien "dringend verdächtig" und sollten umgehend verhaftet werden. Doch die für die Ermordung Zongos Verantwortlichen wurden bis heute nicht bestraft. Deshalb veranstaltet Reporter ohne Grenzen zum zweiten Todestag von Norbert Zongo am 13. Dezember eine Pressekampagne in sieben burkinesischen Zeitungen, mit dem Titel: "Am Mittwoch, dem 13. Dezember 2000, feiern die Mörder von Norbert Zongo zwei Jahre Straflosigkeit."

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