Rundbrief 36, August 2000ROG Homepage
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Traurige Bilanz der RSF-Mission in Spanien:

Neue Spirale der Gewalt

Die Ermordung des spanischen Journalisten José Luis López de Lacalle im Mai durch baskische Nationalisten stellte angesichts der jüngsten Attentate im August nur einen vorläufigen Höhepunkt der Gewaltentwicklung in Spanien dar. 100 Personen, die im Medienbereich arbeiten, schützen sich bereits mit Hilfe staatlicher oder privater Sicherheitskräfte. Seit dem die baskische ETA am 3. Dezember 1999 den "unbeschränkten" Waffenstillstand aufkündigte, häuften sich die Zwischenfälle, die eine unabhängige Berichterstattung massiv bedrohen: Briefbomben, Molotowcocktails, Morddrohungen und Veröffentlichungen von "schwarzen Listen".

Spanische Journalisten werden im Baskenland auch von politisch gemäßigten als "Eroberer" bezeichnet. Diese Äußerungen werden von militanten Gruppen oft als Legitimation für ihre Drohungen angesehen. Die Folge ist ein zunehmendes Unsicherheitsgefühl unter den Journalisten, von denen einige bereits aus den Gefahrengebieten weggezogen sind.

Reporter ohne Grenzen musste bei dieser Mission feststellen, dass "normale" Arbeitsbedingungen inzwischen in keiner Weise mehr gewährleistet sind. Um die "Spirale der Gewalt" zu beenden, sind laut Reporter ohne Grenzen mehrere Maßnahmen zu treffen: verstärkte Sicherheitsmaßnahmen für Journalisten und vor allem die Verlagerung von journalistischen Konflikten in die Gerichte.

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