Rundbrief 33, Februar 2000ROG Homepage
zurückArchivIndexVolltextsucheweiter

Österreich :

Beobachtungen am Rande

"Noch vor wenigen Wochen hätte ich es für unvorstellbar gehalten, einmal selbst einen Bericht für Reporter ohne Grenzen zu verfassen", schreibt ROG-Mitglied Ulrich Schnarr. Er war als Fotograf im Auftrag der Austria Presse Agentur bei den Demonstrationen gegen die ÖVP-FPÖ-Regierung in Wien am 4. Februar unterwegs:

"Als ich fotografierte, wie drei Polizisten auf einen am Boden liegenden Demonstranten einschlugen (veröffentlicht in Bild am Sonntag, Welt am Sonntag, El Pais etc.), versuchte ein vierter Beamter, das duch Rempeleien zu verhindern. Der Einsatzleiter stand nur wenige Meter entfernt und hat die Szene beobachtet. Ich ging daraufhin zu ihm, deklarierte mich als Journalist und teilte ihm mit, dass Polizisten gezielt Journalisten an der Berichterstattung hindern. Darauf hin packte er mich am Kragen, beschimpfte mich und stieß mich durch eine Absperrung zurück zu den Demonstranten. Weitere Übergiffe - vom zu Boden reißen über gezielte Schläge auf Kameras bis zur Beschlagnahmung von Filmmaterial - sind mir persönlich bekannt. Alles nichts Außergewöhnliches und wirklich Ernstes, wenn man es zu anderen Ländern in Relation setzt. In Österreich aber ist solch ein Verhalten der Polizei seit den Besetzungen der Donauauen 1985 nicht mehr vorgekommen - und das ganze acht Stunden nach Bekanntgabe der neuen Regierung."

> empfehlen Sie diese Seite weiter!


Homepage | Aktuell | Archiv | Volltextsuche | Rundbrief 33 | zurück | weiter ]

© Reporter ohne Grenzen e.V.
Webmaster: Martin Mair

ACHTUNG: Archiv - Diese Seiten werden nicht mehr aktuallisiert!
Die aktuelle Website von "Reporter ohne Grenzen" finden Sie unter http://www.reporter-ohne-grenzen.de/