Rundbrief 32, Dezember 1999ROG Homepage
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Schlechte Nachrichten

Syrien:

Auch für Aslan Abdelkarim, ehemaliger Chefredakteur der Zeitung Al Nida Al Cha'bi, ist das Ende der gegen ihn verhängten 15-jährigen Haftstrafe verstrichen, ohne dass er aus dem Gefängnis freigekommen wäre. Abdelkarim war 1984 verhaftet und zehn Jahre (!) später verurteilt worden. Sein bereits zwei Jahre vorher verhafteter Kollege Fateh Jamous, der das gleiche Strafmaß erhielt, müsste bereits 1997 auf freiem Fuß sein. Insgesamt sind in Syrien mindestens zehn Journalisten inhaftiert.

Pakistan:

Zahoor Ansari und Ayub Khoso, Chefredakteur und Herausgeber bzw. Kolumnist der in Sindhi-Sprache erscheinenden Tageszeitung Alakh, wurden vom "Anti-Terrorismus-Gericht" in Mirpurkhas (im Süden der Provinz Sindh) zu 17 Jahren Gefängnis verurteilt. Außerdem erhielten sie eine Geldstrafe, deren Nicht-Begleichung zu weiteren zwei Jahren Haft führen wird. Grund für das Urteil war die angebliche "Verletzung religiöser Gefühle von Muslimen" durch die beiden Journalisten.

Bosnien:

Am 22. Oktober verlor der Journalist Zeljko Kopanja in Banja Luka beide Beine bei der Explosion einer an seinem Auto gelegten Bombe. Kopanja ist Chefredakteur der unabhängigen Zeitung Nezavisne Novine, die kurz zuvor eine Serie über Kriegsverbrechen von Serben veröffentlicht hatte. Bosnien: Vjollca Karanxa, Redakteurin der lokalen TV-Station RTP in Pogradec (im Süden des Landes) wurde am 23. November beim Verlassen eines Schulgebäudes, in dem sie an einem Bericht gearbeitet hatte, aus einem vorbeifahrenden Auto heraus beschossen und verletzt.

Bangladesh:

Sanual Huq und Anisur Rahman, Fotografen der Zeitungen The Independent und Daily Star, wurden durch Polizeikugeln verletzt, als sie über eine Protestdemonstration berichten wollten. Damit sind seit Januar 1998 mindestens 76 Journalisten während der Berichterstattung über politische Kundgebungen von Sicherheitskräften oder politischen Aktivisten attackiert worden.

Gute Nachrichten

Komoren:

Abubakar Mchangama, Mitarbeiter von AFP, Chefredakteur von L'Archipel und Korrespondent von Reporter ohne Grenzen auf den Komoren, wurde am 21. Oktober aus der Haft entlassen. Er war eine Woche zuvor wegen eines kritischen Berichts über Verbindungen einflussreicher Militärs zur Regierung verhaftet worden. Die Freilassung ist allerdings nur provisorisch, Mchangama darf das Land nicht verlassen.

Dschibuti:

Alle drei in Dschibuti inhaftierten Journalisten - Moussa Ahmed Idriss und Ali Meidal Waiss, Mitarbeiter der Zeitung Temps sowie Daher Ahmed Farah von Renouveau - sind am 8. Dezember freigelassen worden. Die sechs-monatigen Erscheinungsverbote gegen ihre Zeitungen bleiben aber bestehen. Damit erscheint in Dschibuti derzeit keine oppositionelle Zeitung.

Angola:

Der Journalist Rafael Marques, Mitarbeiter der Wochenzeitungen Folha 8 und Agora wurde am 25. November aus dem Gefängnis entlassen. Er war am 16. Oktober wegen "Diffarmierung des Präsidenten" verhaftet worden, weil er Präsident José Eduardo Dos Santos die Verantwortung für die Krise des Landes zugeschrieben hatte. Als tatsächlicher Grund für die Verhaftung galt aber sein friedenspolitisches Engagement. Bei einer Verurteilung hätten ihn bis zu acht Jahren Haft erwartet.

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