Rundbrief 31, Oktober 1999ROG Homepage
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Schlechte Nachrichten

Burundi:

Die burundische Regierung hat der Armee die Anweisung gegeben, Journalisten als militärische Ziele anzusehen, wenn sie die Unruheprovinz Bujumbura Rurale nahe der Hauptstadt betreten, in der die Armee gegen Hutu-Rebellen kämpft. Reporter ohne Grenzen hat Präsident Pierre Buyoya aufgefordert, Artikel 3 der Genfer Konvention einzuhalten. Dort ist der Schutz von Journalisten in Krisengebieten festgeschrieben.

Peru:

Juan Sausa Seclen, Korrespondent der Tageszeitung La Republica, erhielt nach Berichten über die Verwicklung des nationalen Geheimdienstes in das "Verschwindenlassen" von Oppositionellen telefonische Morddrohungen: Wenn er seine Recherchen nicht beende, würden auch seine Familie und er "verschwinden".

Nordirland:

Der Gerichtshof in Belfast droht dem Journalisten Ed Molonay, Mitarbeiter der Wochenzeitschrift Sunday Tribune, mit Haft, wenn er den Behörden nicht die Originalaufzeichnungen eines Interviews übergibt. Molonays Informant wird von der Polizei verdächtigt, 1989 an der Ermordung des katholischen Anwalts Pat Finucance beteiligt gewesen zu sein.

Gute Nachrichten

China:

Der Journalist und Literaturkritiker Liu Xiabo, der sich 1996 für einen Dialog der chinesischen Regierung mit dem Dalai Lama ausgesprochen hatte und dafür zu drei Jahren "Erziehung durch Arbeit" verurteilt worden war, wurde am 8. Oktober aus der Haft entlassen. Allerdings sitzen in China nach wie vor mindestens 10 Journalisten im Gefängnis.

Russland:

Der für seine Berichte über Atommüll-Verklappungen der russischen Armee in einem jahrelangen Prozess verfolgte Journalist Grigory Pasko, Redakteur der Marinezeitschrift Bojewa Wachta, wird sich auch weiterhin für seine Ziele engagieren: Er kandidiert auf der Liste der Umweltgruppe "Kedr" (Zeder) bei den Wahlen zur russischen Staatsduma.

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