Rundbrief 31, Oktober 1999ROG Homepage
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Kolumbien/Berlin:

Mit gutem Willen gegen die Gewalt?

Zu einem Gespräch über die Situation der Menschenrechte in Kolumbien mit dem Vizepräsidenten Gustavo Bell hatte die Berliner Humboldt Universität am 7. Oktober Vertreter von verschiedenen NGO's eingeladen. Auch Reporter ohne Grenzen war vertreten.

Bell gab zunächst einen geschichtlichen Überblick über die Entwicklung des Guerillakrieges und die Bedeutung des Drogenhandels in seiner Heimat und wies auf die Anstregungen der derzeitigen Regierung hin, die Beachtung der Menschenrechte durchzusetzten. Er rief die NGOs ausdrücklich auf, der Regierung Menschenrechtsverletzungen mitzuteilen.

Vor allem die anschließende Diskussion zeigte, dass die Regierung zwar bereit und durchaus guten Willens ist, außer Kommuniqués und Präsidenten-Direktiven aber kaum eine Möglichkeit zur Durchsetzung der Menschenrechte hat. Für deren Verletzung sind Guerilla und Paramilitärs - letztere oft mit Unterstützung der Armee - gleichermaßen verantwortlich. Seit dem Beginn des "Friedensprozesses" haben Entführungen und Massaker sowie die Ermordung von Journalisten und Intellektuellen sogar extrem zugenommen. Hoffnung auf Änderung gibt es kaum: Sowohl Guerillas als auch Paramilitärs nehmen durch Raub, Erpressung und "Schutzsteuer" Millionenbeträge ein.

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