Rundbrief 31, Oktober 1999ROG Homepage
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Chronik der Opfer

In den letzten zwei Monaten starben drei Journalisten

Angola:

Wie das Südafrikanische Medieninstitut mitteilte, wurde der Radiojournalist Mauricio Cristovao am 31. August in der Hauptstadt Luanda von Unbekannten erschossen. Cristovao arbeitete für den staatlichen Sender Radio National. Der Generalsekretär des angolanischen Journalistenverbandes, Avelino Miguel, äußerte sich überzeugt davon, dass der Mord in Zusammenhang mit Cristovaos Arbeit steht und ein Alarmzeichen für die Gefährdung aller Journalisten im Lande darstellt. Von Mitte August bis Anfang September wurden mindestens acht Journalisten verhaftet und verhört. Die Regierung will dadurch nach Einschätzung von Beobachtern eine freie Berichterstattung über den Bürgerkrieg verhindern.

Sri Lanka:

Nach Berichten des Free Media Movement und des Committee to protect Journalists (CPJ) wurde Rohana Kumara, Herausgeber der Zeitung Satana, am 7. September in Columbo erschossen. Das CPJ vermutet einen Zusammenhang mit den zuvor veröffentlichten Berichten über Korruptionsaffären, in die Präsident Kumaratung und sein Medienberater Sanath Gunatillake verwickelt sein sollen. Sanata wird hauptsächlich von der Oppositionspartei UNP finanziert. Das Free Media Movement beschreibt Kumara als einen Journalisten, der sich nicht an berufliche Normen gehalten und Hasstiraden verbreitet hat, forderte die Regierung aber dennoch auf, den Mord und einen möglichen Zusammenhang mit seinen Veröffentlichungen aufzuklären.

Kolumbien:

Am 16. September wurde der Journalist Guzmán Quintero Torres erschossen (Bericht auf dieser Seite).

Osttimor:

Am 22. September wurde die Leiche des holländischen Journalisten Sander Thoenes gefunden (s. Aus den ROG-Pressemitteilungen). Am 25. September wurde der indonesische Journalist Agus Mulyawan, Mitarbeiter der japanische Agentur Asia Press, von Soldaten des 745. Regiments der indonesischen Armee ermordet. Agus Mulyawan begleitete eine kirchliche Gruppe, die auf dem Weg in die Berge war, um den Flüchtlingen dort zu helfen. Die verstümmelten Leichen der Mitglieder dieser Gruppe sowie von Agus Mulyawan wurden im Fluß Ramaoko, in der Nähe von Los Palos, entdeckt.

Elfenbeinküste:

Am 21. September wurde Abdoulaye Bakayoko, Eigentümer der Tageszeitung El Libéral, ermordet. El Liberal ist das Organ der Oppositionspartei "2Rassemblement des Républicains" (RDR). Nach Angaben der Polizei handelte es sich um einen Raubüberfall; nur wenige Tage darauf, am 27. September, entging Lama Fofana, Finanzier der ebenfalls der RDR nahestehenden Zeitung Libération, in Abidjan nur knapp einem Mordanschlag.

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