Rundbrief 30, August 1999ROG Homepage
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Schlechte Nachrichten

Russland:

Wladimir Jatsine, Fotograf der Agentur Itar-Tass, wurde am 13. August in der sezessionistischen Republik Ossetien im Nord-Kaukasus als vermißt gemeldet. Es gibt keine Nachricht von ihm, seit er am 20. Juli in Moskau zu einer Reportage-Reise aufgebrochen war. Wahrscheinlich wurde er Opfer einer Entführung.

Brasilien:

In der 300 Kilometer nordöstlich von São Paulo gelegenen Stadt Bauro schossen am 16. August zwei Unbekannte von einem Motorrad aus auf Nelson Gonçalves, Redakteur der Zeitung O Jornal da Cidade. Die Angreifer flüchteten, der Journalist blieb unverletzt. Gonçalves hatte über eine Korruptionsaffäre um den ehemaligen Bürgermeister von Bauro, Antonio Izzo Filho, berichtet, der wenige Tage nach dem Anschlag verhaftet wurde. Bereits im März hatte ein von der Polizei verhafteter Mann ausgesagt, zwei Handlanger des Politikers hätten ihm Geld dafür geboten, dem Reporter in die Beine zu schießen.

Schweden:

In Stockholm wurden der freie Journalist Peter Karlsson und sein kleiner Sohn am 28. Juni durch eine Autobombe verletzt - glücklicherweise nicht lebensgefährlich. Peter Larsson und seine Kollegin Katarina Karlsson haben sich auf Berichte über rechtsextreme Organisationen spezialisiert. 1996 arbeiteten sie für das Magazin Expo, das ausschließlich diese Thematik behandelt. Ihre Artikel erschienen auch in zahlreichen anderen Zeitungen wie Aftonbladet, Dagens Nyheter und Expressen. Sie erhielten Drohungen von Rechtsradikalen und standen unter Polizeischutz.

Gute Nachrichten

Serbien:

Am 2. August ging Radio B92 wieder auf Sendung. Die regierungskritische Radiostation war von der Regierung geschlossen und anschließend unter dem selben Namen, aber mit einem komplett durch regimetreue Mitarbeiter besetzten Stab neu eröffnet worden. Das "echte" Radio B92 nutzt Räume und (täglich von 8-20 Uhr) Sendefrequenzen der Belgrader Station Studio B. Die Neuauflage trägt den Namen Radio B2-92.

Kosovo:

Im Kosovo gibt es seit dem 15. Juli wieder ein albanischsprachiges Rundfunkangebot: Radio 21 produziert für Pristina und Umgebung tägliche Informationssendungen. Die jugoslawischen Behörden hatten dem Sender die Lizenz entzogen, weshalb er nur im Internet auftreten konnte. Mit Hilfe von Reporter ohne Grenzen und verschiedenen weiteren Organisationen konnte die Redaktion nun die Arbeit wieder aufnehmen.

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