Rundbrief 30, August 1999ROG Homepage
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20 Morde an Journalisten seit Januar 1999

Die Gewalt nimmt wieder zu

"Die im Vergleich zu den letzten Jahren rückläufige Zahl der Morde an Journalisten ist sicher eine gute Nachricht - gleichzeitig aber ein reiner Glücksfall." Dieser Satz aus der Pressemitteilung von Reporter ohne Grenzen zur letzten "Jahresbilanz" erfuhr auf schreckliche Weise seine Bestätigung: 19 Journalistinnen und Journalisten starben 1998 in Ausübung ihres Berufs; am 16. August mussten wir die traurige Nachricht verbreiten, dass diese Zahl mit weltweit 20 Toten seit Januar 1999 bereits übertroffen wurde (s. S. 4).

Einen Tag später starb das 21. Opfer: Telman Didirow, Redakteur des aserbaidschanischen Fernsehsenders DM TV, wurde von einem Unbekannten erstochen (s. S. 2). Reporter ohne Grenzen hat die aserbaidschanische Justizministerin Soudabah Hassanova aufgefordert, eine mögliche Verbindung der Tat mit Didirows journalistischer Arbeit zu untersuchen.

Diese Frage stellen wir bei allen Gewalttaten gegen Journalisten. Es kommt deshalb vor, dass Fälle aus unserer Statistik heraus- oder neu dort aufgenommen werden. Oberster Grundsatz ist, nur solche Fälle aufzunehmen, bei denen ein Zusammenhang mit der journalistischen Tätigkeit der Opfer zweifelsfrei feststeht.

Wir haben in diesem Rundbrief (auf Seite 4) dennoch erstmals eine Rubrik aufgenommen, die alle seit dem Erscheinen der letzten Ausgabe getöteten Journalisten nennt - auch wenn die Hintergründe noch nicht völlig geklärt sind. Wir hoffen, diese "Chronik der Opfer" bald wieder einstellen zu können.

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