Rundbrief 29, Juni 1999ROG Homepage
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Schlechte Nachrichten

Peru:

Am 4. Juni wurde in Huanuco (nördlich von Lima) die Leiche des Fotografen und Radiomoderators Félix Haro Rodríguez gefunden. Der Journalist war am 2. Juni verschwunden, nachdem ihn ein Unbekannter engagiert hatte, um Fotos bei einer Familienfeier in einem benachbarten Dorf zu machen. Die Umstände erinnern an Methoden der Terrororganisation "Leuchtender Pfad". In seiner Radiosendung hatte Félix Haro Rodríguez die terroristische Gewalt, aber auch den Machtmißbrauch durch Politik, Polizei und Militär sowie die Praktiken der Drogenmafia kritisiert.

Türkei:

Im Prozeß um den Mord an Metin Göktepe wurden am 6. Mai sechs der angeklagten Polizisten zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt. Alle waren untergeordnete Befehlsempfänger, die Verantwortlichen für den Polizeieinsatz, bei dem der Fotograf der Zeitschrift Evrensel am 8. Januar 1996 verhaftet und später zu Tode geprügelt wurde, mußten nicht vor Gericht erscheinen. Die Verteidigung hat gegen das Urteil Berufung eingelegt.

Argentinien:

Vor seinem Haus in Trelew in der Provinz Chubutense wurde am 13. Mai Ricardo Gangene, Mitarbeiter der Wochenzeitung El Informador Chubutense, erschossen. Der Journalist hatte in mehreren Beiträgen dem Unternehmer Hector Fernández illegale Geschäfte vorgeworfen und Strafanzeige erstattet, nachdem er von ihm in Gegenwart mehrerer Zeugen verprügelt worden war.

Pakistan:

Die Tageszeitung Frontier Post berichtete am 1. Juni, daß Polizei und Geheimdienst eine konspirative Spezialeinheit zur Bekämpfung kritischer Journalisten gebildet haben. Die Einheit soll unliebsame Journalisten festnehmen und nach 24 bis 36 Stunden Folter in "sicheren Häusern" wieder freilassen. Auch anonyme Drohungen oder Verhaftungen unter falschen Anschuldigungen sollen zu den Methoden der "Spezialisten" gehören. Die Zeitung berichtet zudem über eine Liste von 31 Journalisten, von denen einige bereits früher Opfer von Drohungen oder Angriffen waren. Die Regierung hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Gute Nachrichten

Bangladesch:

Im Prozeß um den Mord an Shaiful Alam Mukul, Redakteur der Tageszeitung Danik Runner, ist Ende April Anklage gegen insgesamt 21 Verdächtige erhoben worden, darunter auch Tariqul Islam, Telekommunikationsminister von 1992 bis 1996. Shaiful Alam Mukul war am 8. August 1998 in Jessore ermordet worden; seine Zeitung hatte dem Minister Amtsmißbrauch vorgeworfen.

Peru:

Dem Staatsanwalt von Rioja, Macedo Zapata und seinem Stellvertreter José Manuel Monteverde, wurde die Untersuchung des Mordes an Tito Pilco Mori entzogen. Die Ankläger hatten das Verfahren einstellen wollen. Die Familie des am 3. September 1997 ermordeten Radiojournalisten verdächtigt Monteverde, selbst in das Verbrechen verwickelt zu sein.

Kuweit:

Drei der fünf bislang noch inhaftierten Journalisten sind Anfang April amnestiert worden. Abd-Al-Rahman Al Hussaini, Usamah Suhail Abdallah Hussein und Ahmed Abed Mustafa waren wegen ihrer Mitarbeit für die pro-irakische Zeitung Al Nida während der irakischen Besetzung des Landes zunächst zum Tode, später zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

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