Rundbrief 28, Januar 1999ROG Homepage
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Schlechte Nachrichten

Nigeria:

Am 7. April erschossen drei Unbekannte in Ibadan die Journalistin Bolade Fasasi, führendes Mitglied der Nigerian Union of Journalists (NJU) und der National Association of Woman Journalists (NAWOJ).

Mongolei:

Mit einem Rasiermesser verletzten mehrere Angreifer die Gerichtsreporterin L. Munkhbayasgalan im Gesicht und an den Händen schwer. Zuvor hatte sie Drohungen erhalten, sie würde "eine hübsche Leiche abgeben" oder "ein Mädchen, das niemand ansehen kann". Frau Munkhbayasgalan berichtete für die Wochenzeitung Seruulag über den Prozeß gegen den ehemaligen Vorsitzenden der Konservativen Partei, O. Dashbalbar, der wegen versuchter Vergewaltigung einer Mitarbeiterin von Seruulag angeklagt ist.

Türkei:

Am 7. März starb der Gewerkschafter und Journalist Süleyman Yeter, zwei Tage nachdem er gemeinsam mit vier weiteren Personen in der Redaktion der Zeitung Dayanisma verhaftet und in die berüchtigte Anti-Terror-Abteilung der Istanbuler Polizeizentrale gebracht worden war. Sein Kollege Bayram Namaz, der ebenfalls verhaftet und am 9. März wieder freigelassen wurde, berichtete auf einer Pressekonferenz, Süleyman Yeter sei schwer gefoltert worden. Die Vorwürfe wurden durch eine Obduktion bestätigt, acht Polizisten stehen inzwischen unter Anklage. Bayram Namaz sieht sich seit seinen Anschuldigungen von der Polizei permanent beschattet und schikaniert.

Am 27. März starb Çetin Günes, Mitarbeiter der linken Zeitschrift Hedef. Der 28 jährige, herzkranke Journalist verbüßte seit Juli 1998 im Araban-Gefängnis von Istanbul eine Haftstrafe von 16 Monaten wegen "separatistischer Propaganda". Nachdem er in den Hungerstreik getreten war, brachte man ihn in ein Krankenhaus, wo er wenige Tage später starb.

Armenien: Tigran Hayrapetian, als regierungskritisch bekannter Chefredakteur der Zeitschrift Nor Ughi und Mitarbeiter zahlreicher anderer Redaktionen sowie gelegentlicher Kommentator im staatlichen Fensehen, wurde am 9. März von einem Auto angefahren und erlag wenig später seinen Verletzungen. Ein Unfall scheint unwahrscheinlich: Hayrapetian befand sich in der Nähe des Bürgersteigs auf einer mehrspurigen Straße, und es wurden keine Bremsspuren gefunden.

Gute Nachrichten

DR Kongo:

Die Journalisten Modeste Mutinga und André Ipakala, die am 24. März in die Obhut des für seine extrem ungerechten Verfahren und drakonischen Strafen bekannten Militärgerichts der Demokratischen Republik Kongo übergeben worden waren, sind am 29. März gemeinsam mit einem weiteren Häftling (Kambamba Mbwebwe) offenbar auf Anweisung von Staatspräsident Laurent Kabila aus der Haft entlassen worden.

Jordanien:

Das im September 1998 in Kraft getretene Pressegesetz soll laut Ankündigung der Regierung überprüft werden. ROG hatte wie zahlreiche andere Kritiker aus dem In- und Ausland gegen die Gesetzesverschärfungen protestiert, mit denen zum Beispiel jede Publikation, gegen die wegen irgendwelcher Verstöße ermittelt wird, bis zum Abschluß der Untersuchungen verboten werden kann.

Sambia:

Sechs Mitarbeiter der Zeitung The Post (Amos Malupenga, Goodson Machona, Brighton Phiri, Joe Kaunda, Kelvin Shimo und Lubasi Katundu) sind auf Beschluß eines Strafgerichts wenige Tage nach ihrer Verhaftung am 9. bzw. 10. März wieder freigekommen. Nach einem kritischen Bericht über die sambische Armee hatten mehrerer Parlamentsmitglieder Sanktionen gegen die Post gefordert.

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