Rundbrief 28, Januar 1999ROG Homepage
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Kuba

Freiheit für Bernardo Arévalo Padrón

Der 34 Jahre alte Bernardo Arévalo Padrón, Gründer der unabhängigen Presseagentur Línea Sur Press in der Provinz Cienfuegos, sitzt seit mehr als einem Jahr im Gefängnis, weil er sich kritisch zur Politik von Staatspräsident Fidel Castro geäußert hat.

Im November 1997 wurde Arévalo Padrón von der politischen Polizei verhaftet und von einem regionalen Volksgericht wegen "ungebührlichen Verhaltens" zu sechs Jahren Haft verurteilt. Er hatte in einem in Miami ausgestrahlten Radio-Interview Fidel Castro und Parlamentspräsident Carlos Lage als "Lügner" bezeichnet: Sie hielten sich nicht an eine auch von Kuba unterzeichnete Resolution des Lateinamerika-Gipfeltreffens von 1996, die den politischen Pluralismus als universellen Wert anerkennt.

Arévalo sitzt im Gefängnis der Kleinstadt Ariza in der Provinz Cienfuegos in einer Abteilung für politische Gefangene, praktisch von der Außenwelt abgeschnitten, Briefe an seine Frau werden von der Staatssicherheit zensiert. Wegen der kargen Essensrationen ist er stark abgemagert, und nach Angaben seiner Frau läßt seine Sehkraft seit Monaten nach. Dennoch hat die Gefängnisverwaltung bislang keinen Arzt vorgelassen.

Bernardo Arévalo Padrón hat sich keines Verbrechens schuldig gemacht. Er hat lediglich seine Meinung öffentlich geäußert. Für die Grundrechte in seinem Land engagierte er sich schon als Mitglied des Kubanischen Komitees für Menschenrechte und der Partei für Menschenrechte. Beide Organisationen wurden verboten.

Zwei andere Journalisten mußten für ihre demokratische Gesinnung ebenfalls ins Gefängnis. Antonio González Castellanos, Korrespondent der Agentur Cuba Press, wurde im Oktober 1998 festgenommen und befindet sich seitdem ohne Prozeß in Untersuchungshaft. Jesús Joel Díaz Hernández vom Pressebüro CAPI wurde im Januar dieses Jahres zu vier Jahren Haft wegen "sozialer Gefährlichkeit" verurteilt.

Die Situation für unabhängige Berichterstatter in Kuba hat sich durch das am 16. Februar 1999 vom Volkskongreß verabschiedete "Gesetz zum Schutz der nationalen Unabhängigkeit und der Wirtschaft Kubas" noch verschärft. Es zielt auf die absolute Unterdrückung der Meinungs- und Informationsfreiheit, ermöglicht willkürliche Anklagen und hohe Haftstrafen.



Appell an Staatspräsident Fidel Castro

Ich fordere die sofortige und bedingungslose Freilassung des kubanischen Journalisten und gewaltlosen politischen Gefangenen Bernardo Arévalo Padrón. Eine angemessene ärztliche Versorgung für ihn muß sichergestellt werden. Außerdem fordern wir die sofortige Freilassung seiner inhaftierten Kollegen Antonio González Castellanos und Jesús Joel Díaz Hernández.

Nos pedimos la puesta en libertad inmediata e incondicional del periodista cubano Bernardo Arévalo Padrón que se encuentra encarcelado como prisionero no violento y político. Hay que asegurar cuidado médico adecuado para este prisionero. - Además exigimos la excarcelación inmediata de sus colegas iguales detenidos Antonio González Castellanos y Jesús Joel Díaz Hernández.

Name / Nombre ________________________________________

Adresse / Dirección ________________________________________

Unterschrift / Firma ________________________________________




Unterschreiben Sie unseren Aufruf für die sofortige Freilassung von Bernardo Arévalo Padrón.

Schreiben Sie auch höflich formulierte Briefe (englisch oder spanisch) an Staatspräsident Fidel Castro, in denen Sie die sofortige und bedingunglose Freilassung Arévalo Padróns fordern. Schicken Sie unterzeichnete Appelle und Briefe bitte an Reporter ohne Grenzen; wir leiten sie an die kubanische Regierung weiter.

Die Geschäftsstelle schickt Ihnen gerne Unterschriftenlisten zu.

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