Rundbrief 27, Februar 1999ROG Homepage
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Tag für Tag wird protestiert...

Das Internationale Sekretariat von Reporter ohne Grenzen protestierte in den letzten acht Wochen zum Beispiel in...

... Frankreich

gegen den Angriff auf drei Mitarbeiter des lokalen Pariser Fernsehsenders Tele Bocal durch Ordner der rechtsradikalen "Action française" am 24. Februar. Den Fernsehleuten wurde gewaltsam eine Filmkassette abgenommen und zerstört. ROG forderte die französische Justizministerin Elisabeth Guigou auf, sich persönlich für schnelle und genaue Ermittlungen einzusetzen.

...Pakistan

am 2. Februar gegen die Repressalien, denen sich die Jang-Pressegruppe bereits seit August 1998 ausgesetzt sieht. Pakistanische Journalisten vermuten, daß die Maßnahmen mit Enthüllungen über Korruptionsfälle in der Regierung zusammenhängen. Als existenzbedrohend für das Unternehmen könnte sich eine Geldbuße wegen "Steuerhinterziehung" von umgerechnet 70 Millionen Mark erweisen. Anlaß für den letzten ROG-Protest war die Beschlagnahmung einer Lkw-Ladung Zeitungspapier und die Drohungen durch Sicherheitsbeamte gegen Mitarbeiter der Zeitung The News bei einer Protestkundgebung gegen diese Schikanen.

... Fidschi

Drei Monate vor den Parlamentswahlen fand die Regierung ein wirksames Mittel der Einflußnahme auf die der Opposition nahestehende Tageszeitung Daily Post. Sie erwarb einen Anteil von 44 % des Unternehmens -und beteuerte gleichzeitig, keinen Einfluß auf die Herausgeber nehmen zu wollen. ROG forderte Informationsminister Filipe Bole am 11. Februar auf, diese Zusage vertraglich abzusichern.

... der Demokratischen Republik Kongo

gegen die Inhaftierung des Journalisten Oscar Kangoa. Der Redakteur der Zeitung Umoja verbüßt bereits seit Juli 98 eine einjährige Haftstrafe wegen "Verleumdung der Regierung". Er hatte in einem Bericht über die Heirat des Justizministers mit einer US-Amerikanerin die große Zahl der aus den USA eingeflogenen Gäste kritisiert.

... Kuba

am 29. Januar gegen die Verhaftung von sechs Mitarbeitern unabhängiger Nachrichtenbüros zwischen 18. und 27. Januar. Jesús Joel Díaz Hernández, Mitarbeiter der Agentur CAPI trat sofort nach seiner Verhaftung am 18. Januar in einen Hungerstreik, sein Gesundheitszustand ist nach Angaben von Verwandten sehr ernst. Angeles González, Direktorin der Agentur UPECI wurde von drei Sicherheitsbeamten verhaftet, die zuvor ihre Wohnung durchsucht und Material beschlagnahmt hatten. Pedro Argüelles Morán (Cuba Press), Santiago Martínez Trujillo und Nancy Sotolongo (UPECI) sowie Angel Pablo Polanco (CPI) wurden im Umfeld von Kundgebungen verhaftet, die Menschenrechtsorganisationen aus Anlaß der Gedenkfeiern an José Marti veranstalteten.

... Zimbabwe

am 9. Februar gegen die Verhaftung von vier Journalisten. Grace Kwinjeh, Reporterin der Wochenzeitung Mirror, hatte im Oktober 98 über Operationen der Armee in der benachbarten Demokratischen Republik Kongo berichtet. Ihre Kollegen Fernando Goncalves und Farai Mungazi sowie der Mirror-Herausgeber Ibbo Mandaza wurden ebenfalls verhaftet. Alle vier Journalisten wurden noch am gleichen Tag wieder freigelassen. Grace Kwinjeh und Ibbo Mandaza müssen sich bis zu ihrem Gerichtstermin am 1. März einmal wöchentlich bei der Polizei melden.

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