Rundbrief 24, August 1998ROG Homepage
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Tag für Tag wird protestiert...

Das Internationale Sekretariat von Reporter ohne Grenzen protestierte in der Zeit von Ende Juni bis Mitte August unter anderem in...

...Äthiopien:

am 6. August bei Premierminister Zenawi gegen die Festnahme von vier Journalisten, von denen nur einer kurz darauf wieder freikam und seitdem im Untergrund lebt. Außerdem forderte ROG erneut die Freilassung von 15 inhaftierten Journalisten.

...Bangladesh:

am 7. August bei Premierminister Hasina gegen die Attacke eines Polizisten auf einen Reporter. Solche Übergriffe häuften sich nach kritischen Medienberichten über den Tod eines Studenten in Polizeigewahrsam.

...Bulgarien:

am 30. Juli bei Justizminister Gotzew gegen die Sperrung der Konten der Lokalzeitung Sedmitza durch eine Staatsanwältin, die von dem Blatt zuvor kritisiert worden war.

...Kenia:

am 15. Juli bei Präsident Arap Moi wegen des Lizenzentzugs für drei Zeitungen sowie am 12. August wegen einer Reihe von Sanktionen gegen vier private Zeitungen und der Verhaftung von drei Redakteuren.

...Nepal:

...Nepal am 3. Juli bei Premierminister Prasad Koirala wegen zahlreicher Beschlagnahmungs- und Durchsuchungsaktionen gegen unabhängige Medien. In Katmandu unterband die Polizei den Vertrieb sämtlicher Zeitungen, die über Operationen gegen maoistische Rebellen berichteten.

...Pakistan:

...Pakistan am 10. Juli bei Premierminister Sharif. RSF forderte gründliche Ermittlungen nach einem Bombenanschlag auf die Tageszeitung Dawn, bei dem am 9. Juli erheblicher Sachschaden entstanden war.

...Rumänien:

am 4. August bei Justizminister Stoïka, nachdem zwei Journalisten, die einen hohen Polizeioffizier krimineller Praktiken verdächtigt hatten, wegen "Verleumdung" zu einem Jahr Gefängnis in Verbindung mit ebenso langem Berufsverbot sowie einer Geldstrafe von 160.000 US-Dollar verurteilt worden waren.

...Rußland:

am 2. und 15. Juli bei Präsident Jelzin wegen zweier Mordanschläge auf Journalisten in Kirow und Kaliningrad sowie am 5. August beim Präsidenten der Republik Usbekistan, Karimow, wegen der Verurteilung des 72jährigen Radiojournalisten Shadi Mardiew zu elf Jahren Gefängnis wegen "Verleumdung" und "versuchter Erpressung". Ein von Mardiew der Unterschlagung beschuldigter Staatsanwalt hatte behauptet, ihm sei für die Unterdrückung dieser Nachricht Geld abverlangt worden.

...Sudan

am 6. Juli bei Präsident Al-Bashir gegen die Beschlagnahmung je einer Ausgabe der unabhängigen Zeitungen Al-Rai Al-Akhbar und Al-Shari Al-Siyasi sowie am 22. Juli gegen ein zweitägiges Erscheinungsverbot für die Tageszeitung Alwan, das mit der Veröffentlichung "blasphemischer" Artikel begründet wurde. Das Blatt hatte die Beschlagnahme von Teilen der Weizenernte im Osten des Landes kritisiert.

...Südkorea

bei Präsident Kim Dae Jung gegen die Verhaftung der Journalisten Son Chung-Mu und Ham-Yun-Shik, die in ihren Artikeln verschiedene Politiker, auch Kim selbst, beleidigt haben sollen. Son Chung-Mu wurde zu 100.000 US-Dollar Geldstrafe verurteilt, außerdem droht ihm Gefängnis. Ham Yun-Shik wurde bereits am 2. Juli zu einem Jahr Haft verurteilt.

...Tansania

am 7. Juli beim Informationsministerium wegen des Brandanschlags auf das Haus des BBC-Korrespondenten Nechi Lyimo. Nach einem anonym erschienenen Artikel über eine Affäre zwischen einer verheirateten Frau und einem Geistlichen waren mehrere Journalisten, darunter Lyimo, polizeilich verhört und gleichzeitig von Unbekannten bedroht worden.

...Tschad

am 22. Juli bei Präsident Idriss Deby wegen der Verurteilung der Herausgeberin der Zeitschrift L'Observateur und eines Redakteurs zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 35.000 DM wegen "Verleumdung". Das Blatt hatte über die Kritik eines Abgeordneten am Präsidenten der Nationalversammlung berichtet. (Auch der Abgeordnete ist in Haft.)

...Ukraine

am 2. Juli und am 5. August bei Justizministerin Stanik. Ein Lokalreporter in Lviv war von Unbekannten zusammengeschlagen worden. Der Chefredakteur der Zeitschrift My, die vor allem Menschenrechtsverletzungen durch die ukrainische Regierung zum Thema macht, wurde von einem Angreifer durch mehrere Schüsse in die Beine verletzt.

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