Rundbrief 21, Februar 1998ROG Homepage
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Sierra Leone:

ROG fordert Garantien für die Pressefreiheit

Sofort nach der Machtergreifung von Major Paul Koroma im Mai 1997 begann eine Welle von Repressalien gegen Journalisten, die bis zum Sturz der Junta durch die westafrikanischen Ecomog-Truppen Mitte Februar anhielt.

Am 14. Januar wurden der freie Journalist Anthony Swaray und Desmond Conteh, Redakteur der Zeitschrift We Yone, inhaftiert. Angeblich hatten sie dem Untergrund-Radio 98.1 FM Informationen zukommen lassen. Am 10. Januar wurde Sylvanus Kanyanko, Mitarbeiter des Herald Guardian, sowie sein Kollege Mohammed Kollon und der Eigentümer der Zeitung, David Koroma, festgenommen. Ein tags zuvor erschienener Artikel hatte dazu aufgerufen, Kinder aufgrund der unsicheren Situation im Land nicht mehr in die Schule zu schicken. Seit Anfang Januar ist Martins I. Martin, Redakteur bei Business News, wegen angeblicher Spionage für die Ecomog in Haft. Über das Schicksal der Inhaftierten gibt es keine verläßlichen Informationen.

Die Ecomog-Truppen der nigerianischen Armee, die momentan die Macht in Sierra Leone ausüben, sind kein Garant für die Pressefreiheit: Nigeria selbst gehört zu den Staaten mit den schlimmsten Übergriffen auf Journalisten. Und auch der von der Ecomog wieder eingesetzte Präsident Ahmad Tejan Kabbah hat bereits von sich reden gemacht: So ließ er im März 1997 - offiziell wegen vermuteter Kontakte zu den Rebellen der RUF - drei Journalisten verhaften, die den nigerianischen Präsidenten Sani Abacha für seine Vorgehensweise in Sierra Leone kritisiert hatten.

ROG hat die UN-Menschenrechtskommission über die Fälle informiert und eine Beobachtung der weiteren Entwicklung durch internationale Instanzen gefordert.

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