Rundbrief 21, Februar 1998ROG Homepage
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Mexiko

Killerkommando tötet auf offener Straße

Luis Maria García, Redakteur der Tageszeitung La Tarde, wurde am Freitag, dem 13. Februar auf offener Straße ermordet. Der Journalist, Autor mehrerer Artikel über Korruption in den Reihen der Polizei, hatte an jenem Freitag einen Termin beim Generalstaatsanwalt. Als er dessen Büro in Mexiko Stadt verließ, feuerten vier Unbekannte neun Schüsse auf ihn ab und entkamen unerkannt.

Bereits im letzten Jahr entkam García nur knapp einem Attentat, das dem Drogenkartell von Tijuana zugeschrieben wird, und wenige Tage vor seiner Ermordung hatte er eine neuerliche Todesdrohung erhalten. García ist der vierte mexikanische Journalist in nicht einmal zwölf Monaten, der wegen seines Berufes sterben mußte. 30 weitere wurden angegriffen, elf massiv bedroht. Mexiko ist neben Kolumbien der lateinamerikanische Staat, in dem seit Anfang 1997 die meisten Journalisten in Ausübung ihrer Tätigkeit ermordet wurden. In beiden Ländern gab es jeweils vier tödliche Attentate. Die meisten dieser Verbrechen blieben - ähnlich wie in Guatemala, Argentinien oder Brasilien - ungestraft. Reporter ohne Grenzen hat auch in diesem Fall wie schon mehrfach zuvor gegen die Angriffe auf die Pressefreiheit in Mexiko protestiert, die Aufnahme von Ermittlungsverfahren und die Bestrafung der Mörder und ihrer Auftraggeber gefordert (siehe Rundbrief Nr. 17 ).

Bei einem Treffen mit Präsident Zedillo im Oktober '97, der sich zu Gesprächen mit EU-Vertretern wegen des Ausbaus von Wirtschaftsbeziehungen in Europa aufhielt, forderte Reporter ohne Grenzen gemeinsam mit anderen Menschenrechtsorganisationen die "glaubhafte Bekundung seines politischen Willens, die andauernden, schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen in seinem Land zu beenden".

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