Rundbrief 21, Februar 1998ROG Homepage
zurückArchivIndexVolltextsucheweiter

Liberia:

Regierung hat Probleme

Nachdem sich die unabhängige Zeitschrift Heritage kritisch mit den Beziehungen der liberianischen Regierung zu den westafrikanischen "Ecomog"-Friedenstruppen befaßte, nutzte die Regierung am 6. Januar den langen Hebel, den sie in der Auseinandersetzung mit unliebsamen Medien in der Hand hält: Staatsanwalt Theophilius Gould forderte die Druckerei der Zeitung in Monrovia auf, deren Herstellung einzustellen, "bis einige Probleme zwischen Heritage und der Regierung gelöst sind". Einen anderen Betrieb, der den Druck von Heritage übernehmen könnte, gibt es in Liberia nicht; die Intervention kommt somit einem Erscheinungsverbot gleich.

Nur einen Tag später folgte die nächste schwerwiegende Zensurmaßnahme: Das Ministerium für Post und Telekommunikation verfügte die Schließung des unabhängigen Rundfunksenders Star Radio, einer von der Schweizer Fondation Hirondelle gegründeten Nachrichten- und Informationsstation (siehe auch Rundbrief Nr. 17) . Angeblich nutzte der Sender illegal zwei Wellenlängen - obwohl der bereits im Juni 1997 unter der damaligen Übergangsregierung aufgenommene Betrieb mit allen zuständigen Behörden abgestimmt und von diesen genehmigt worden war.

ROG hat in beiden Fällen bei Präsident Charles Taylor protestiert und die Einhaltung der von Liberia unterzeichneten internationalen Konventionen zur Pressefreiheit gefordert.

> empfehlen Sie diese Seite weiter!


[ zurück | Homepage | Aktuell | Archiv | Volltextsuche | weiter ]

© Reporter ohne Grenzen e.V.
Webmaster: Martin Mair


ACHTUNG: Archiv - Diese Seiten werden nicht mehr aktuallisiert!
Die aktuelle Website von "Reporter ohne Grenzen" finden Sie unter http://www.reporter-ohne-grenzen.de/