Rundbrief 21, Februar 1998ROG Homepage
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Iran:

Faradsch Sarkuhi endlich frei

Am 28. Januar wurde der iranische Schriftsteller und Journalist Faradsch Sarkuhi aus dem Gefängnis entlassen. Sein Strafmaß von einem Jahr Haft wegen "Propaganda gegen die Islamische Republik Iran" war verbüßt. Wofür genau er eigentlich verurteilt worden war, haben die Behörden nie bekanntgegeben. 1994 hatte Sarkuhi den "Appell der 134" mitunterzeichnet, der mehr intellektuelle Freiheit im Iran fordert.

Die Freude über Sarkuhis Haftentlassung bleibt aber getrübt. Insgesamt war er 15 Monate lang in der Gewalt der iranischen Behörden (s. Rundbriefe Nr. 14-20). Wir erinnern an die Intrigen und Inszenierungen seitens des Geheimdienstes im Zusammenhang mit seinem wochenlangen "Verschwinden" im November 1996 sowie den wenig später aus dem Land geschmuggelten Brief, in dem Sarkuhi über Folterungen und erzwungene Falschaussagen berichtete. Seiner Meinung nach verfolgte das Regime den Plan, ihn als Druckmittel zu benutzen, um Einfluß auf den Berliner "Mykonos-Prozeß" zu nehmen.

Am 27. Januar 1997 erfolgte Sarkuhis erneute Verhaftung wegen "illegaler Ausreise" - so die offizielle Begründung. Nach monatelanger Ungewißheit und immer neuen Gerüchten wurde er in einem willkürlichen Prozeß unter Ausschluß der Öffentlichkeit zu einer ungerechten Strafe verurteilt. Nicht zu vergessen auch, daß ihm bei der Entlassung seine Ausweispapiere vorenthalten wurden. Inzwischen ist er im Besitz von Papieren, die es ihm ermöglichen, einen Paß zu beantragen.

Faradsch Sarkuhi hat sich nach seiner Freilassung bei allen bedankt, die sich für ihn eingesetzt haben. Doch nach wie vor braucht er breite Unterstützung, damit er tatsächlich die Möglichkeit erhält, sich frei zu bewegen, ins Ausland reisen und vor allem seine Frau und seine beiden Kinder in Berlin wiedersehen kann.

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