Rundbrief 19, Oktober 1997ROG Homepage
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Weißrußland/Belarus

Pawel Scheremet soll vor Gericht

Der am 26. Juli nach Dreharbeiten an der Grenze zwischen Belarus (Weißrußland) und Litauen verhaftete Korrespondent des staatlichen russischen Fernsehsenders ORT, Pawel Scheremet, ist am 8. Oktober aus der Haft entlassen worden.

Scheremet, sein Kameramann Dimitri Sawadski und ihr Fahrer Jaroslaw Oftschinnikow wurden des "illegalen Grenzübertritts" beschuldigt (RB 18/97). In einer gemeinsamen Aktion haben sich die ROG-Sektionen von Schweden, Spanien, Belgien, der Schweiz und Deutschland am 6. Oktober gemeinsam mit dem Internationalen Sekretariat in Paris an die Außenminister der jeweiligen Länder gewandt sowie den Botschaftern von Belarus Protestschreiben übermittelt. Sie forderten die sofortige und bedingungslose Freilassung des zu dieser Zeit noch inhaftierten Scheremet (seine Kollegen waren schon früher freigekommen) und ein Ende der Strafverfolgung.

Beides ist noch nicht erreicht: Scheremets Entlassung erfolgte unter Auflagen, bis zum Prozeßbeginn darf er das Land nicht verlassen. In einem Schreiben an ROG erklärte Außenminister Kinkel, die Bundesregierung stehe hinter dem Beschluß der EU, den beantragten Beitritt von Belarus zum Europarat nicht zu befürworten, solange dort nicht "die Menschen- und Bürgerrechte respektiert und die einem demokratischen Rechtsstaat eigenen Verfassungsgrundsätze beachtet" würden. Ein Grund mehr, den anstehenden Prozeß aufmerksam zu verfolgen.

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