Rundbrief 18, Juli/August 1997ROG Homepage
zurückArchivIndexVolltextsuchezurück

Nigeria:

Petition im Internet

Zwei Jahre ist es her, daß die nigerianische Journalistin Christina Anyanwu (The Sunday Magazine) zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt wurde, die später in eine 15-jährige Haftstrafe abgewandelt wurde. Ihre Kollegen Georges Mbah (Tell), Ben Charles Obi (Weekend Classic), und Kunle Ajibade (The News) teilen ein ähnliches Schicksal. Aus diesem Anlaß hat Reporter ohne Grenzen über seine Homepage
http://www.calvacom.fr/rsf/RSF_MAJ/RSFEven/Even_VF/nigeria.html
eine Petition für ihre Freilassung veröffentlicht. Alle vier sind wegen Artikeln über einen mutmaßlichen Putschversuch verurteilt worden. Sie verbüßen ihre Haftstrafen unter Bedingungen, die krank machen.

Unterzeichnen Sie die Petition im Internet! Christina Anyanwu, vormals Herausgeberin der Zeitschrift The Sunday Magazine, sitzt im Gefängnis von Kaduna, im Norden des Landes, ein. Sie leidet unter zu hohem Blutdruck, unter Malaria-Anfällen und Typhus. Zudem droht sie durch ein schweres Augenleiden zu erblinden. Aber man erlaubte ihr nicht, vor einer Kommission zu erscheinen, die vor kurzem die Haftbedingungen im Gefängnis geprüft hat. Unter ihren sehr schlechten Haftbedingungen läßt sich der schwache Gesundheitszustand der 46jährigen nicht bessern.

Im Dezember 1995 wurde Christiane Anyanwu mit dem Menschenrechtspreis vom Reporter ohne Grenzen ausgezeichnet, den der nigerianische Schriftsteller und Nobelpreisträger Wole Soyinka für sie in Paris entgegennahm. Gefängnis in Nigeria - das heißt unzumutbare Haftbedingungen. Verpflegung muß von außen kommen; haben die Gefangenen Geld, kann man sauberes Wasser und Lebensmittel im Gefängnis kaufen. George Mbah und Kunle Ajibade werden von ihren Zeitungen unterstützt, doch Christina Anyanwu und Ben Charles Obi waren Herausgeber ihrer Publikationen, und die wurden nach ihrer Verhaftung eingestellt.

Neben dem Menschenrechtspreis (rund 15.000 DM) für Frau Anyanwu hat Reporter ohne Grenzen alle vier Journalisten und ihre Familien im vergangenen Jahr mit je 2.000 US-Dollar unterstützt, auch in diesem Jahr ist finanzielle Hilfe vorgesehen. Doch das wird nicht reichen. Daher planen wir, zusammen mit europäischen und nigerianischen Menschenrechts- und Journalisten-(Hilfs-)Organisationen eine Kampagne. Sie soll, neben Geld für Nahrung und Medikamente für die Gefangenen und Hilfe für ihre Familien vor allem eins bewirken: "Freiheit für die unschuldigen Vier!"

> empfehlen Sie diese Seite weiter!


[ zurück | Homepage | Aktuell | Archiv | Rundbrief 18 | Volltextsuche | weiter ]

© Reporter ohne Grenzen e.V.
Webmaster: Martin Mair


ACHTUNG: Archiv - Diese Seiten werden nicht mehr aktuallisiert!
Die aktuelle Website von "Reporter ohne Grenzen" finden Sie unter http://www.reporter-ohne-grenzen.de/