Rundbrief 18, Juli/August 1997ROG Homepage
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Jugoslawien:

Sendeverbot

"Ein großer Teil der Medien dient der geistigen und moralischen Zerstörung ... und wird (dabei) von fremden Mächten unterstützt", behauptete Slobodan Milosevic am 23. Juli in seiner Antrittsrede als Präsident der Bundesrepublik Jugoslawien. In der Folge sind Ende Juli über 60 kritische private Radio- und TV-Sender in Serbien und Montenegro geschlossen worden. Das jugoslawische Ministerium für Transport und Telekommunikation hatte in einer großangelegten Operation bis zum 30. Juni Sendeerlaubnisse und -frequenzen auf Antrag erteilt oder verweigert. Die geschlossenen Sender hätten die notwendigen Unterlagen nicht rechtzeitig beigebracht, rechtfertigen die jugoslawischen Behörden ihre Verbote.

Reporter ohne Grenzen hat bei Präsident Milosevic gegen dieses Vorgehen protestiert


Geld für Präsidenten-Sohn

Gegen die Wochenzeitung der Serbischen Erneuerungsbewegung (SPO) Srpska Rec wurde in der ersten Augustwoche eine Geldstrafe in Höhe von 24.000 US-Dollar wegen Verleumdung verhängt, zahlbar an den Kläger Marko Milosevic. Die Zeitung hatte den Sohn von Slobodan Milosevic in zwei Artikeln als "amoralische, asoziale und dekadente Person" dargestellt.


Kein Geld für Nasa Borba

Der Herausgeber der unabhängigen Tageszeitung Nasa Borba, Dusan Malesevic, hat mitgeteilt, daß das Erscheinen seiner Zeitung stark gefährdert sei. Wegen einer angeblichen Steuerschuld in Höhe von etwa 120.000 DM ist das Bankkonto der herausgebenden Gesellschaft gesperrt worden. Nasa Borba gehört zu den Zeitungen, die Reporter ohne Grenzen im ehemaligen Jugoslawien finanziell unterstützt hat.

Reporter ohne Grenzen intervenierte bei dem serbischen Ministerpräsidenten Marjanovic zugunsten der Zeitung.

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