Rundbrief 16, April 1997ROG Homepage
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Jugoslawien - ROG und arte:

Der Krieg der Medien in Ex-Jugoslawien

Die Zusammenarbeit von Reporter ohne Grenzen und dem deutsch-französischen Fernsehsender arte blüht.Ein gemeinsames Projekt ist die Ausstrahlung einer Diskussionsveranstaltung über die Rolle der Medien im Krieg auf ex-jugoslawischem Boden. Aufgezeichnet wurde aus Kostengründen nur die Veranstaltung in Paris. Die Diskussion, die die deutsche Sektion einen Tag später, am 25. März, im Berliner "Haus der Kulturen der Welt", vorbereitet hatte, war daher eine Publikumsveranstaltung. Rund 100 Journalisten und Interessierte kamen, darunter nicht wenige muslimische Bosnier, Kroaten und Serben.

Bernard Débord, französischer Dokumentarfilmer, hatte für diesen Anlaß einen Kurzfilm zusammengestellt, in dem erst einmal nur Fragen aufgeworfen wurden. Hat sich die ausländische Presse von den Kriegsparteien manipulieren lassen? Hat es Fälschungen von Bildern gegeben (z. B. von serbischen Gefangenenlagern)?

Zlatko Dizdarevic, früher Chefredakteur von Oslobodenje in Sarajewo, heute Leiter der Wochenzeitung Svijet, und die Chefredakteurin des oppositionellen kroatischen Radio 101, Zrinka Vrabec-Mojzes, wiesen das empört zurück. Auch auf serbischer Seite hatte man einen prononcierten Regierungskritiker eingeladen: Radomir Diklic, Direktor der unabhängigen Presseagentur BETA, der seinerseits die Schwierigkeiten schilderte, während nationalistischer Euphorie abweichende Meinungen in die Öffentlichkeit zu bringen.

Erich Rathfelder, Balkankorrespondent der taz seit Beginn der neunziger Jahre, vertrat auf dem Podium die ausländischen Journalisten. Sie hätten sich, so meint er, von wenigen Ausnahmen abgesehen, kaum manipulieren lassen, und deshalb habe sich der Standpunkt der am stärksten betroffenen Opfer, der muslimischen Bosnier, in der europäischen Öffentlichkeit durchgesetzt.

MR

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