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Rundbrief Nr. 13 (Oktober 1996)

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Türkei:

Nach dem Mord an Metin Göktepe:
Prozeßbeobachtung notwendig

Am 18. Oktober wird in Aydin (ca. 600 km von Istanbul entfernt) der Prozeß gegen elf türkische Polizisten eröffnet, die beschuldigt werden, am 8. Januar dieses Jahres den türkischen Journalisten Metin Göktepe, Mitarbeiter der linken Tageszeitung "Evrensel", nach seiner Festnahme zu Tode geprügelt zu haben.

Seit 1988 wurden mindestens 20 Journalisten bei der Ausübung ihres Berufes in der Türkei ermordet, ohne daß nur ein einziger Verantwortlicher verurteilt worden wäre. Daher ist dieser Prozeß der erste seiner Art, zustande gekommen durch den öffentlichen Druck auch seitens der türkischen Presse. Die Verlegung an einen Ort weit weg von Istanbul erschwert Medien und Menschenrechtsorganisationen die Prozeßbeobachtung und Berichterstattung. Zudem wurde der Hauptbelastungszeuge für 48 Stunden verschleppt, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von Polizisten; Metin Göktepes Schwester wurde am 6.9. festgenommen und 24 Stunden in Polizeigewahrsam gehalten.

ROG entsendet eine internationale Beobachterkommission zu diesem Prozeß. Den türkischen Behörden soll so demonstriert werden (auch nach der Ratifizierung der Zoll-Union), daß Mörder und Folterer nicht ungestraft davonkommen dürfen.

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