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Rundbrief Nr. 10 (April 1996)

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Tschad:

Wogen geglättet im Fall Zahara Yacoub

Im letzten Rundbrief (Nr. 9, Februar 1996) berichteten wir über unsere Recherchen im Fall der Journalistin und Regisseurin Zahara Yacoub aus dem Tschad, die der Iman von N'Djamena verdammt hatte, nachdem ihr Dokumentarfilm über die Klitorisbeschneidung an einem 10-jährigen Mädchen Ende September im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Als "Fatwa" bzw. "Aufruf zum Mord", gab die örtliche Menschenrechtsorganisation dies weiter und rief zur "urgent action". Unsere Recherchen ergaben daß Zahara Yacoub nicht in Lebensgefahr schwebt. In einem Brief bestätigte sie uns dies mittlerweile persönlich: Die Predigt des Iman habe zwar gewisse Islamisten auf die Idee gebracht zu behaupten, daß die "Pforten des Paradieses" demjenigen offenstünden, der sie töte, sie habe auch einige anonyme Anrufe erhalten; die Mitschüler des betroffenen Mädchens hätten ihr gedroht, daß sie gemeinsam mit Zara öffentlich erhängt würde. Die Frauenorganisation "L'association des femmes sous lois musulmanes" schaffte es jedoch, den Präsidenten des Tschad dazu zu bewegen, dem Iman weitere Hetzreden gegen Frau Yacoub zu untersagen. Laut Zara Yacoub haben sich die Wogen geglättet, und sie kann sich wieder ihrer Arbeit widmen.

Weitere Informationen:
Eine Nachforschung (Rundbrief 9)
Besuch aus Afrika/Ankündigung (Rundbrief 13)
Besucher aus Afrika (Rundbrief 13)
Besuch im Tschad (Rundbrief 15)

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