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Rundbrief Nr. 10 (April 1996)

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Frankreich - China:

Der lange Arm des Li Peng

In China sitzen zur Zeit 17 Journalisten im Gefängnis. Das Internationale Sekretariat von "Reporter ohne Grenzen" in Paris protestierte direkt in Peking bei jeder neuen Festnahme und Verurteilung, in Berlin belagerten wir im letzten Jahr die chinesische Botschaft symbolisch mit Diaprojektionen.

Anläßlich des Staatsbesuches von Li Peng in Frankreich fuhr ROG/ Frankreich am 11. April mit zwei Lkws durch Paris: Auf Transparenten machten sie auf die Verstöße gegen die Pressefreiheit und die Situation der inhaftierten Journalisten aufmerksam. Es gelang ihnen sogar, bis vor die strengbewachte chinesische Botschaft zu fahren. Dort machte dann die französische Polizei kurzen Prozeß und nahm die "Störenfriede" fest - um die "öffentliche Ordnung" wieder herzustellen. Der Direktor des Internationalen Sekretariats, Robert Ménard, und drei seiner Mitarbeiter, Hervé Déguine, Jean Chichizola und David Dieudonné verbrachten gemeinsam mit einem Fotografen der Agentur "Sygma", einem Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP und einem Team des französischen Fernsehens TF 1 zwei Stunden in Polizeigewahrsam, bevor sie wieder auf freien Fuß gesetzt wurden. Bleibt abzuwarten, ob der lange Arm des Li Peng ihnen auch noch ein Verfahren wegen Landfriedensbruch beschert - weil sie öffentlich gegen das protestierten, was die Politiker nicht öffentlich aussprechen: Menschenrechtsverletzungen und die Mißachtung von Presse- und Meinungsfreiheit in China.

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