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Rundbrief Nr. 10 (April 1996)

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Angola-Netzwerk:

Konferenz zum Wiederaufbau

Am Mittwoch, dem 26. März veranstaltete das "Angola-Netzwerk e.V." im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn/Bad Godesberg eine Konferenz zum Wiederaufbau Angolas. Angolaner und Angolakenner, Diplomaten wie Vertreter der südafrikanischen Regierung, Wissenschaftler und Menschenrechtler wie Eberhard Wenzel von der "ai"-Angola-Gruppe sowie Kirchenvertreter trafen sich, um nach Auswegen aus der angolanischen Krise zu suchen. "Reporter ohne Grenzen" war zur Eröffnung mit einem Infostand dabei.

Die Konferenz ist einer der größten Erfolge des "Angola-Netzwerkes" - für uns Anlaß genug, das "Angola-Netzwerk" hier einmal vorzustellen. Aufeinander aufmerksam wurden wir durch die bis heute ungeklärte Erschießung des angolanischen Journalisten Ricardo de Mello, Direktor der regierungskritischen Zeitung "Imparcial Fax" am 18. 1.1995 (wir berichteten).

Das "Angola-Netzwerk e.V." besteht zur einen Hälfte aus Angolanern, zur andern Hälfte aus Deutschen. Geschäftsführerin des Vereins ist die Angolanerin Terese Sande. Die Mitglieder haben sich zum Ziel gesetzt, in kritischer Distanz zur MPLA und der "Unita" Informationen über Angola zu verbreiten. Hierbei zielt ihre Arbeit auf eine Stärkung der "Zivilgesellschaft", wobei das "Angola-Netzwerk" besonders die Frauenbewegung, Arbeitnehmervertretungen und das Recht auf eine freie Presse hervorhebt. Berührungspunkte zu ROG ergeben sich bei Aktionen wie den Vernetzungsrundreisen. Sie führte z.B. zwei angolanische Journalisten durch Deutschland. Die Kollegen konnten so öffentlich die widrigen und lebensgefährlichen Bedingungen schildern, denen Journalisten in ihrer Heimat ausgesetzt sind. (Wir berichteten anläßlich der Buchmesse und im letzten Rundbrief darüber.)

Die neueste Nachricht im Fall Ricardo de Mello: Die "Nationale Direktion für Verbrechensbekämpfung" in Luanda veröffentlichte ein bemerkenswertes "Ermittlungsergebnis": Der Mord sei von einem ehemaligen Kollegen, Jaime Magalhaes, in Komplizenschaft mit de Mellos Frau, Arminda Mateus, begangen worden. Die Witwe hat diese Polizeiversion in mehreren Radiosendungen sofort dementiert.

Kontakt: Angola Netzwerk e.V.,
Königswinter Str. 116,
53227 Bonn
Tel: 0228 - 46 43 69,
Fax: 0228 - 46 81 77

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