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Rundbrief Nr. 9
Februar 1996

ROG


Pressemitteilungen im Dezember 1995:

China:

Ausweisung des FR-Korrespondenten

Am 19. Dezember protestierte das Internationale Sekretariat in Paris gegen die Ausweisung des deutschen Journalisten Henrik Bork (Frankfurter Rundschau) aus China. Mit der Begründung, seine Berichterstattung sei aggressiv und beleidigend, wurde seine Akkreditierung nicht verlängert. Bork ist der 17. Auslandskorrespondent, der seit 1986 aus Peking ausgewiesen wurde. ROG verwies in diese Zusammenhang darauf, daß kaum eine Woche zuvor der chinesische Dissident Wei Jingsheng zu weiteren14 Jahren Gefängnis verurteilt worden war - sowie darauf, daß noch immer 19 Journalisten in chinesichen Kerkern und Arbeitslagern verschwunden sind.

Jahresbilanz 1995: 50 tote, 112 gefangene Journalisten

50 Journalisten mußten im letzten Jahr sterben - wegen ihrer Meinung oder weil sie ihren Beruf ausübten. Afrika war der am schlimmsten betroffene Kontinent (28), es folgten Europa und die ehemalige Sowjetunion (10), Amerika (8), Asien (4). Insgesamt wurden in den letzten 8 Jahren 498 unserer Kolleginnen und Kollegen getötet. Weltweit waren Ende des vergangenen Jahres 112 Journalistinnen und Journalisten inhaftiert, oft in zweifelhaften Gerichtsverfahren zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt. Sie sind zumeist unmenschlichen Haftbedingungen ausgesetzt, etliche werden gefoltert, andere werden schwer krank und bleiben unversorgt. Die Zahlen im einzelnen:
Algerien2Pakistan1
Äthiopien26Peru6
Birma7Ruanda1
Bosnien-Herzegowina2Syrien8
China19Togo1
Indien1Türkei9
Indonesien3Tunesien2
Iran1Uganda1
Kamerun1Vietnam5
Kuwait8Zaire1
Lybien1Zentralafrikanische Republik2
Nigeria4Gesamt112

Peru: Jesus Castiglione braucht einen Paten!

Das Internationale Sekretariat in Paris hat am 20. Dezember vom peruanischen Präsidenten Fujimori eine Amnestie für 5 verurteilte Journalisten gefordert, darunter J.A. Castiglione Mendoza. Am gleichen Tag schrieb Die "ammnesty"-Gruppe Kauf-beuren Briefe mit der Bitte um Freilassung Castigliones an Fujimori, den Justizminister und die Präsidentin des Kongresses. Die Leiterin der ai-Gruppe, Walli Kamleiter, mit der wir zusammenarbeiten, berichtete, Frau Castiglione sei bei den letzten Telefongesprächen sehr verzweilt gewesen: Ihr Mann befinde sich im Hungerstreik, und ihre wirtschafliche Situation sei äußert schwierig.

Die beiden Journalisten Jesús A. Castiglione und Alvarez Pachas hatten am 21. November aus Protest gegen ihre Verurteilung und für eine Berufung die Nahrung verweigert. Die vom Präsidenten zum Jahresende in Aussicht gestellte Ammnestie weckte neue Hoffnung, aber leider kam die erwartete Amnestie nicht.

Eine Gruppe von Mitarbeitern in verschiedenen Medien, die im Juni 95 ins peruanische Parlament gewählt wurden, bemüht sich um eine Berufungskommission gegen die ungerechtfertigten Verurteillungen wegen "Terrorismus" . Diese Debatte kann aber erst nach den Parlammentsferien im April stattfinden. Nie war diese Kommision so notwendig wie heute.

Am 10. Januar 1996 ist ein neuer Justizminister ernannt worden. Vielleicht eine positive Veränderung - und die letzte Hoffnung für die verurteilten Journalisten. - Paten, meldet Euch !

Weitere Artikel:
Rundbrief Nr. 8: Jesus Alfonso Castiglione Medoza (Patenschaft)
Rundbrief Nr. 8: Paten für die Freiheit

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