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Rundbrief Nr. 9
Februar 1996

ROG

Nigeria:

ROG-Preis für nigerianische Journalistin

Die in Nigeria im Gefängnis sitzende Journalistin Christine Anyanwu wurde am 8. Dezember 1995 mit dem Menschenrechtspreis von "Reporter ohne Grenzen" ausgezeichnet.

Den mit 50.000 Francs bzw.. knapp 15.000 DM dotierten Preis nahm stellvertretend für sie der nigerianische Literaturnobelpreisträger Wole Soyinka in Paris entgegen.

Die internationale Jury von ROG, darunter aus Deutschland Sabine Christiansen (Tagesthemen), Manfred Bissinger (Die Woche) und Sabine Rollberg (arte), ehrt jedes Jahr Journalisten oder Journalistinnen, die in besonderer Weise für die Pressefreiheit einstehen.

Die Preisträgerin, Chefredakteurin der Zeitschrift "The Sunday Times", wurde im März 1995 verhaftet, nachdem sie einen Artikel der Redakteurin Comfort Obi abgedruckt hatte, in dem eine Namensliste von 19 Personen veröffentlicht wurde, die als mutmaßliche "Verschwörer" im Zusammenhang mit einem angeblichen Putschversuch verhaftet wurden. Die Anklage beschuldigt Chris Anyanwu, falsche Informationen verbreitet zu haben, um "Angst und Panik hervorzurufen" und die "öffentliche Ordnung zu stören". Die 45-Jährige, Mutter zweier Kinder, wurde von einem Sondermilitärgericht im Juli 1995 zu lebenslanger Haft verurteilt. Im Oktober wurde ihre Strafe in 15 Jahre Gefängnis umgewandelt. Aber es gibt keine Informationen, wo und unter welchen Haftbedingungen Chris Anyanwu im Gefängnis sitzt.

Die nigerianische Journalisten Gewerkschaft (NUJ) verbreitet Plakate mit der Aufschrift "Journalisten planen keine Staatsstreiche, sie berichten nur darüber". Es zeigt neben Christine Anyanwu Fotos von drei weiteren Journalisten, die mit derselben Begründung verhaftet und verurteilt wurden.

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