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Rundbrief Nr. 8
November 1995

ROG

Syrien:

Nizar Nayyouf

Geboren in Laqtatquie in Syrien, war Nizar Nayyouf als unabhängiger Journalist bei mehreren Zeitungen und Zeitschriften tätig, zuletzt für die Wochenzeitung "Al-Hriyya" und das literarische Magazin "Al-Thqafa al Ma' arifa". Nachdem man seine Frau und seine dreijährige Tochter an seiner Statt in Damaskus verhaftete, stellte er sich nach 18 Tagen freiwillig. Seit Januar sitzt er im Gefängnis.

Im März 1992 stand er vor Gericht: Er habe "fremdes Geld erhalten" und "falsche Informationen weitergegeben" - so die amtlichen Vorwürfe. Der Grund für seine Inhaftierung ist jedoch darin zu suchen, daß das "Komitee zur Verteidigung der demokratischen Freiheiten" (CDF) anläßlich der Wahlen im Dezember 1991 Flugblätter verteilte, die über die Lage der Menschenrechte in Syrien aufklärte. Nizar Nayyouf war Mitglied des Generalsekretariats dieses Komitees.

Ein Geständnis Nayyoufs scheint unter Folter erpreßt worden zu sein. Das Urteil lautete auf 10 Jahre Gefängnis und Zwangsarbeit sowie Entzug der Bürgerrechte. Zu Beginn war er in Isolationshaft im Gefängnis von Sydnaya, später wurde nach Palmyre verlegt, wo der 33-jährige vermutlich noch heute einsitzt.

1993 erhielt Nizar Nayyouf vom amerikanischen PEN-Club den Preis "Freedom to write".

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