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ROG Rundbrief
Nr. 6, August 1995

ROG


Presseerklärungen im Juli

Vanuatu:

Atombombentests

Am 4. Juli protestierte ROG gegen die Zensur, die den Medien in Vanuatu auferlegt worden ist. Die Regierung des Südpazifikstaates hat jegliche Verbreitung von Informationen über die von Frankreich geplante Wiederaufnahme der Atomtests auf dem Mururoa-Atoll untersagt. Vanuatu ist einer der wenigen Staaten, die der Entscheidung Jacques Chiracs zugestimmt haben. Der nur 150.000 Einwohner zählende Staat ist finanziell stark von Frankreich abhängig.

China:

Kerker und Arbeitslager

Anläßlich des Deutschlandbesuchs von Chinas Präsident Jiang Zemin forderte ROG am 13. Juli die Bundesregierung auf, sich für die Freilassung von 20 chinesischen Journalisten einzusetzen, die wegen ihrer Tätigkeit in Arbeitslagern interniert sind. Scharf verurteilt wurde vor allem die erneute Festnahme des früheren Chefredakteurs der chinesischen "Wirtschaftswoche", Chen Ziming. Er war 1991 wegen aktiver Teilname am "Pekinger Frühling" 1989 zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Schwer krank im Mai 1994 aus dem Gefängnis entlassen, wurde er am 25. Juni des Jahres erneut inhaftiert, obwohl Ärzte bei ihm Blasenkrebs und akute Herzbeschwerden diagnostiziert hatten. Ein entsprechender Protestbrief wurde am 13. Juli an Bundeskanzler Kohl geschickt.

Kurzmeldungen:

Rußland:

Bürgertribunal

Nach dem gewaltsamen Tod der russischen Journalistin Natalja Aljakina hat ihr Mann, der deutsche Rufa Korrespodent Gisbert Mrozek, zusammen mit anderen Journalisten zu einem Bürgertribunal aufgerufen. Mit Hilfe dieser Institution wollen in Rußland arbeitende Reporter zusammen mit ihren russischen Kollegen Übergriffe von Sicherheitsorganen in Rußland aufklären und Vertuschungsversuche verhindern.

Hintergrund ist eine Reihe von Fällen, bei denen vor allem in der Kaukasus-Republik Tschetschenien Journalisten öffentlich eingeschüchtert wurden; immer wieder kam es auch zu Übergriffen russischer Soldaten und Angehöriger des Innenministeriums. Allein in Tschetschenien wurden in diesem Jahr bereits sieben Journalisten getötet.

Reporters sans frontiers hat sofort nach den tödlichen Schüssen auf Aljakina einen Protestbrieb an Präsident Boris Jelzin geschickt und eine genaue Untersuchung des VOrfalls gefort. ROG hat mit Mrozek Kontakt aufgenommen, und eine Zusammenarbeit beim Trinbunal angeboten.

Gemma Pörzgen

Algerien:

Rückkehr nach Algerien

Der algerische Journalist Cherik Ali, der auf Einladung der Kölner "Journalisten Aktion Umwelt" (JAU) in Deutschland drei Monate "Urlaub vom Terror" machen wollte, ist vorzeitig nach Algerien zurückgekehrt. ROG-Mitglied Valentin Thurn, Vermittler zwischen JAU und "Reporter ohne Grenzen, hatte uns auf den Fall aufmerksam gemacht. Die deutsche Sektion von ROG hat seinen Aufenthalt mit 1.000 DM unterstützt.

Chelik Ali, Mitarbeiter der Zeitung "El Watan", war seit Anfang Mai zu Gast bei der MDR-Redakteurin Adelheid Scholz in Leipzig und wurde auf vom MDR zu seiner Situation als Journalist in Algerien interviewt. Ein ausführliches Gespräch für einen Bericht speziell für ROG kam leider nicht mehr zustande. Bei seinem letzten Anruf aus Leipzig teilte er uns mit, es sei nicht gelungen, sein Visum noch einmal verlängern zu lassen, und er müsse zunächst, auch aus familiären und beruflichen Gründen, wieder nach Algerien zurückkehren. Am 15. Juni hat er Leipzig verlassen; der Kontakt zu ROG soll jedoch aufrechterhalten werden.

Evthalia Staikos

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