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Rundbrief Nr. 1, Juli 1994

ROG

Bilanz der Aktivitäten vom Mai 1993 bis Mai 1994 - Teill III

Hilfsfonds

Mit einem Teil der Spenden, die RSF während des Jahres 1993 und Anfang 1994 erhielt, wurden Rechtsanwälte zu Presseprozessen entsandt (Türkei, Sierra Leone), eine Paketsendung von Nahrungsmitteln nach Sarajevo finanziert, Materialien zur Unterstützung der Medien nach Rumänien und Mali geschickt, sowie die Familie eines inhaftierten chinesischen Journalisten finanziell unterstützt.

Hilfe für die unabhängigen Medien in Sarajevo

Spendensammlungen während des ganzen Jahres 1993, von Unternehmen und Einzelspenden, die eine Summe von 2,500.000 Frances ergaben,, sowie Spenden, die gegenwärtig noch einlaufen aufgrund einer Fernsehaktion, die vom 19. Dezember bis zum 22. März in Zusammenarbeit mit ARTE realisiert wurde, machten es möglich, daß an unabhängige Meiden in Ex-Jugoslawien mehrere hundert Tonnen Papier und Druckmaterial, technische Geräte für Radio und Fernsehstationen, ein Satelliten-Telefaxgerät, ein gepanzerter LKW und ein PKW geliefert, sowie mehrere Missionen für westliche Journalisten nach Sarajevo organisiert werden konnten.

Am 16. September 1993, zum 50. Jahrestag der Zeitung OSLOBODENJE, trafen sich 32 Journalisten auf der ganzen Welt, um diese bosnische Tageszeitung zu unterstützen. Am selben Tag wurde außerdem ein Faksimile der Zeitung in mehreren Übersetzungen in zahlreichen Zeitungen weltweit mit großer Auflage herausgebracht.

Ende November wurden in Frankreich bei der Aktion "Radios für Sarajevo" (in Zusammenarbeit mit VIVE LE RADIO und der FNAC) 7000 Radiogeräte und drei Tonnen Batterien gesammelt, die letztendlich im Februar in bosnischen Flüchtlingslagern in Kroatien und Slowenien verteilt wurden, nachdem die Erpressung durch bosnische Serben eine Verteilung der Radios verhindert hatte.

Vom 16. bis zum 23. Dezember 1993 fand in der Region um Paris eine Plakatierungsaktion zugunsten der "300.000 Geiseln in Sarajevo" statt in Zusammenarbeit mit der Fondation des France und ARTE.

Dank der finanziellen Unterstützung der Europäischen Kommission hat RSF den Aufbau eines Korrespondentennetzwerkes initiiert, das sich zusammensetzt aus lokalen unabhängigen Journalist/innen, die der Organisation zur Verteidigung der Menschenrechte nahestehen. Das Netzwerk arbeitet bisher in Afrika, in Asien und den arabischen Ländern. Dieses Korrespondentennetzwerk wird uns helfen, besser informiert zu sein über die Situation in zahlreichen Ländern und es uns darüber hinaus ermöglichen, auf Verletzungen der Pressefreiheit schneller zu reagieren. Zwei Projekte zur Ausweitung dieses speziellen überwachenden Netzwerkes werden gegenwärtig in Brüssel diskutiert, zum einen für ehemalige Ostblockländer, zum anderen für Lateinamerika.

Untersuchungsmissionen

RSF hat dieses Jahr mit Hilfe der Europäischen Kommission eine Reihe von Untersuchungsmissionen in Länder entsandt, in denen Übergriffe gegen die Presse oder gegen Journalisten am häufigsten sind, Zu jeder dieser Missionen wird ein Bericht veröffentlicht, der an verschiedene internationale Organisation verteilt wird, insbesondere an solche, die die Menschenrechte verteidigen. Manche Missionen haben einen speziell juristischen oder gerichtlichen Charakter - sie befassen sich mit den Pressegesetzen oder den Prozessen, die gegen Journalisten und Zeitungen geführt werde. Diese Missionen werden von spezialisierten Rechtsanwälten durchgeführt.

Partnerschaften zwischen Zeitungen

Ein Programm von elf Partnerschaften zwischen Zeitungen des "Nordens" und des "Südens", wurde von Januar bis Ende Mai 1993 erstellt und von der UNESCO finanziert. Durch diese Partnerschaften konnten sich Mitarbeiter von Zeitungen des "Nordens" und des "Südens" für zwei Wochen in den jeweiligen Redaktionen der Partnerzeitungen aufhalten, mit denen sie seitdem einen Informationsaustausch unterhalten und langfristig zusammenarbeiten werden.

Nahostprojekt: Peace Media

Mit den Mitarbeitern des Programms "PEACE MEDIA", finanziert von der Europäischen Kommission, koordinieren RSF und zwei europäische Zeitungen die Bemühungen von sechs Journalisten des Nahen Ostens (Westbank, Ägypten, Gaza, Israel, Jordanien, Libanon) gemeinsam die materiellen und journalistischen Bedingungen zu recherchieren, unter denen die Meiden über die Friedensverhandlungen in dieser Region berichten.

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