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PRESSEMITTEILUNG Berlin, 29.10.2002

Kasachstan:

Reporter ohne Grenzen bezweifelt Vorwürfe gegen Sergei Duvanov

Reporter ohne Grenzen äußert erhebliche Zweifel an den Anschuldigungen gegen den Journalisten Sergei Duvanov in Kasachstan und fordert eindeutige Beweise.

Duvanov ist Chefredakteur des Magazins Bulletin, das von dem Internationalen Büro für Menschenrechte in Kasachstan herausgegeben wird. Der bekannte Regimekritiker wurde am Montag mit der Begründung verhaftet, eine 14-Jährige vergewaltigt zu haben.

"Wir bezweifeln die Sergei Duvanov zur Last gelegte Vergewaltigung, da er bereits in der Vergangenheit immer wieder Zielscheibe von staatlichen Schikanen war und auch angesichts der schlechten Situation der Pressefreiheit in Kasachstan", schreibt Robert Ménard, Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen, in einem Brief an den Justizminister Georgij Kim. "Wenn Sie nicht unwiderlegbare Beweise für Duvanovs Schuld vorlegen, gehen wir davon aus, dass es sich um einen weiteren Fall der Einschüchterung von oppositionellen Journalisten in Ihrem Land handelt", äußert sich Ménard weiter.

Reporter ohne Grenzen stand in regelmäßigem Kontakt mit Duvanov. Erst im Juli diesen Jahres hatten sich Vertreter einer Untersuchungsmission der internationalen Menschenrechtsorganisation zur Verteidigung der Pressefreiheit mit dem Journalisten in Kasachstan getroffen. Duvanov beschrieb damals detailliert die Einschüchterungsversuche und die Schikanen, denen er durch die Behörden in seinem Land ausgesetzt war. Damals sagte er: "Ich bin noch frei und gesund, aber das könnte sich schon bald ändern." Er befürchtete bereits, dass ihm Drogen oder sexuelle Delikte angelastet werden könnten. Die Behauptung, oppositionelle Politiker seien in Skandale verstrickt, ist laut Menschenrechtsorganisationen und Journalisten ein Mittel des dortigen Geheimdienstes, um Kritiker einzuschüchtern und zu diskreditieren.

Sergei Duvanov gehört zu den wenigen kritischen Journalisten in Kasachstan, die der Regierung Angriffe auf unabhängige Medien und oppositionelle Gruppen öffentlich vorwerfen. Dies brachte ihm bereits ein Gerichtsverfahren wegen Beleidigung des Präsidenten Nursultan Nasarbajew ein. Am 28. August wurde er von Unbekannten angegriffen und schwer verletzt.

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