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PRESSEMITTEILUNG Berlin, 12. November 2001

Afghanistan:

Drei Journalisten von Taliban getötet

Auch ein deutscher Journalist darunter

Reporter ohne Grenzen, internationale Menschenrechtsorganisation zur Verteidigung der Pressefreiheit, ist bestürzt über den Tod von Pierre Billaud, Mitarbeiter des französischen Radiosenders RTL, Volker Handloik, freier Journalist im Auftrag des Stern und Johanne Sutton, Reporterin bei Radio France Internationale. Die drei Journalisten gerieten am 11. November 2001 in der Provinz Takhar (im Nordosten Afghanistans) in einen Hinterhalt der Taliban, als sie Kämpfer der Nordallianz begleiteten. Sie sind die ersten Todesopfer aus den Reihen der Medienberichterstatter seit Beginn der amerikanischen Luftangriffe.

Insgesamt sechs Journalisten waren auf einem Schützenpanzer der Nordallianz zu angeblich verlassenen Schützengräben der Taliban unterwegs. Dabei wurden sie von Granatwerfern und Maschinengewehren beschossen. Bei einer abrupten Wende des Panzers, auf dem die Journalisten saßen, fielen die drei vom Fahrzeug. Später wurden ihre Leichen gefunden. Bei dem Angriff kamen auch mehrere Nordallianz-Kämpfer ums Leben.

"Sollte es Beweise dafür geben, dass die Taliban die Journalisten hingerichtet haben, müssen wir mit weiteren Opfern auf Seiten der Presse rechnen", befürchtet Robert Ménard, Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen in Paris.

Pierre Billaud (31), Volker Handloik (40) und Johanne Sutton (34) waren langjährige und erfahrene Journalisten. Billaud hatte bereits aus zahlreichen Krisenregionen berichtet. Er hielt sich seit dem 23. Oktober in den von der Nordallianz besetzten Gebieten auf. Handloik stammte aus Rostock und arbeitete freiberuflich für verschiedene deutsche Zeitschriften. Seit Anfang Oktober berichtete er für den Stern aus der Region. Auch Sutton war seit vielen Jahren in verschiedenen Konfliktgebieten als Journalistin tätig.

Am gleichen Tag wurde Gary Scurka, Kameramann von National Geographic, in derselben Region durch einen Schuss der Taliban verwundet. Er wird zurzeit im Krankenhaus von Khoja Bahawuddin (in der Zone der Nordallianz) behandelt. Seit Anfang des Jahres 2001 sind 20 Journalistinnen und Journalisten in Ausübung ihres Berufes ermordet worden. In den letzten 15 Jahren starben 770 Reporter.

Für weitere Informationen:

Reporter ohne Grenzen
Tel. (030) 615 85 85
kontakt@reporter-ohne-grenzen.de
www.reporter-ohne-grenzen.de

 

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