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PRESSEMITTEILUNG Berlin, 28.9.2001

Ermordung von Georgij Gongadse/Ukraine:

Europarat stimmt für internationale Untersuchungskommission zum Tod des Journalisten

Reporter ohne Grenzen begrüßt die gestrige Entscheidung der Parlamentarischen Versammlung des Europarats, eine internationale Untersuchungskommission zur Aufklärung des Mordes an dem ukrainischen Journalisten Georgij Gongadse ins Leben zu rufen.

Am 27. September empfahl das Gremium dem Ministerrat des Europarates:

Die Zustimmung des Ministerrats des Europarates steht noch aus.

Seit Monaten fordern Reporter ohne Grenzen, die internationale Organisation zur Verteidigung der Pressefreiheit, die Mutter des Journalisten, Alexandra Gongadse, und seine Witwe Miroslawa immer wieder die Einrichtung einer solchen unabhängigen Kommission.

Hintergrund

Am 16. September 2000 "verschwand" der ukrainische Journalist Georgij Gongadse. Einige Wochen später fand man seine stark verweste Leiche - der Kopf fehlte. Der Fall gilt als abgeschlossen: Seine Mörder seien verhaftet - aber leider ebenfalls ermordet - worden.

In der Ukraine wurden in den letzten fünf Jahren 13 Journalisten ermordet. Der Fall Gongadse markiert dabei einen entscheidenden Wendepunkt. Der Mord am Chefredakteur des regierungskritischen Online-Magazins Ukrainska Prawda führte im Land zu einem Erwachen der Zivilgesellschaft. Im Ausland wurde man sich der ernsten Bedrohung der bürgerlichen Freiheiten in der Ukraine bewusst.

Die Enthüllungen über mögliche Verwicklungen hochrangiger Regierungsvertreter in das "Verschwinden" des Journalisten erschütterten die Macht von Staatspräsident Kutschma, doch Staatsapparat, Justiz und Polizei verschleppten die Suche nach der Wahrheit. Generalstaatsanwalt und Innenminister, die der Journalist kurz vor seinem "Verschwinden" beschuldigt hatte, ihn bedroht zu haben, widersetzten sich jeder seriösen Untersuchung der Umstände des Verbrechens. Der vom ukrainischen Parlament eingesetzten Untersuchungskommission wurden jegliche Mittel für erfolgversprechende Ermittlungen verwehrt.

 

Für weitere Informationen:

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Tel. (030) 615 85 85
kontakt@reporter-ohne-grenzen.de
www.reporter-ohne-grenzen.de

 

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