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PRESSEMITTEILUNG Berlin, 10.07.2001

Deutschland/Syrien:

Staatsbesuch des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad: einer der größten Feinde der Pressefreiheit

Anlässlich des offiziellen Besuches des Staatspräsidenten der Arabischen Republik Syrien, Baschar al-Assad, protestiert Reporter ohne Grenzen, internationale Organisation zur Verteidigung der Pressefreiheit, gegen die rigide Unterdrückung einer freien Presse im Land. Reporter ohne Grenzen zählt Baschar al-Assad zu den 30 schärfsten Widersachern der Pressefreiheit. Reporter ohne Grenzen fordert die sofortige Freilassung des seit fünf Jahren inhaftierten Journalisten Adel Isma'il.

Adel Isma'il, Mitarbeiter der libanesischen Tageszeitung Al Raia, wurde 1996 verhaftet und beschuldigt, aktives Mitglied der verbotenen demokratischen Baas-Partei zu sein. Er wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt und sitzt im Gefängnis Seydnaya in Damaskus ein.

Reporter ohne Grenzen lädt den vor kurzem freigelassenen Journalisten Nizar Nayyuf nach Deutschland und Frankreich ein, damit er medizinisch versorgt werden kann. Zudem müssen allen früher inhaftierten Journalisten die bürgerlichen Rechte wieder zuerkannt werden, so auch Nayyuf.

Der schwer kranke Journalist Nizar Nayyuf wurde in der Nacht vom 21. auf den 22. Juni 2001 nach neun Jahren Haft freigelassen. Anschließend stand er unter Hausarrest, bis Präsident al-Assad bei seinem Besuch in Frankreich Ende Juni öffentlich erklärte: "Er ist nicht mehr im Gefängnis; es ist ihm nicht verboten zu verreisen; er kann das Land verlassen, wenn er will." Inzwischen hat Nayyuf einen Pass erhalten.

Die Situation der Pressefreiheit ist in Syrien sehr besorgniserregend.

Obwohl seit der Machtübernahme Baschar al-Assads im Juli 2000 vier private Zeitungen eine Druckgenehmigung erhielten, unterscheiden sich diese Publikationen kaum von den Regierungsblättern. Zahlreiche syrische Journalistinnen und Journalisten leben im Exil. Die letzte Ausgabe der Satirezeitung Addomari wurde zensiert. Namhafte libanesische Zeitungen wie El Hayat, die auch Themen wie die Situation der Menschenrechte in Syrien behandeln, werden regelmäßig zensiert. Seit zehn Jahren ist die libanesische Tageszeitung An Nahar verboten.

Für weitere Informationen:

Reporter ohne Grenzen
Tel. (030) 615 85 85
kontakt@reporter-ohne-grenzen.de
www.reporter-ohne-grenzen.de

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