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PRESSEMITTEILUNG Berlin, 28.6.2001

Pakistan:

Journalist zum Tode verurteilt

Nach der Verkündung der Todesstrafe für den Journalisten Rehmat Shah Afridi äußerte Reporter ohne Grenzen in einem Brief an den Präsidenten von Pakistan Bestürzung und Empörung. "Nach zwei Jahren Untersuchungshaft und einem unfairen Prozess liefert das Urteil der Todesstrafe den Beweis, dass einflussreiche Personen den Redakteur einer Zeitung, die sehr kritisch über gewisse politische und militärische Kreise schrieb, endgültig zum Schweigen bringen wollen", so Robert Ménard, Generalsekretär der internationalen Organisation zur Verteidigung der Pressefreiheit, in Paris.

Reporter ohne Grenzen befürchtet, dass Afridi nicht wegen seines angeblichen Handels mit Drogen bestraft wird, sondern wegen seiner kritischen Berichterstattung über die Sondereinheit zur Bekämpfung des Drogenhandels.

Rehmat Shah Afridi, Chefredakteur der englischsprachigen Tageszeitung Frontier Post und der urdusprachigen Tageszeitung Maidan, wurde am 27. Juni in Lahore wegen "Drogenhandels" zum Tode sowie einer Geldstrafe von 2 Millionen Rupien (über 35.000 Euro) verurteilt. Der Journalist hat sieben Tage Zeit, Berufung einzulegen.

Afridi wurde im April 1999 von Agenten der Einheit zur Bekämpfung des Drogenhandels (Anti-Narcotics Force) verhaftet, nachdem sie angeblich 20 Kilo Haschisch in seinem Auto gefunden hatten. Einige Wochen zuvor hatte der Journalist zwei Artikel veröffentlicht, in denen er Mitarbeiter der Anti-Narcotics Force beschuldigte, in den Drogenschmuggel verwickelt zu sein.

Der Prozess war von Unregelmäßigkeiten und Widersprüchen gekennzeichnet. Die Drogenfahnder konnten keinen Beweis für eine direkte Verwicklung Afridis in den Drogenhandel erbringen. Agenten der Behörde gestanden ein, dass die ersten Ermittlungsergebnisse gegen Afridi gefälscht waren.

Für weitere Informationen:

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