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PRESSEMITTEILUNG Berlin, 21.6.2001

Syrien:

Preisgekrönter Journalist Nizar Nayyuf erneut festgenommen

In einem Brief an den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad fordert Reporter ohne Grenzen die sofortige Freilassung des Journalisten Nizar Nayyuf. Die Verhaftung Nayyufs "zeigt erneut, dass der syrische Staat alle dissonante Stimmen zum Schweigen bringen will," so Robert Ménard, Generalsekretär der internationalen Organisation zur Verteidigung der Pressefreiheit, in Paris.

Am 20. Juni 2001 wurde Nizar Nayyuf in Damaskus von sechs bewaffneten Männern auf offener Straße entführt. Sie zogen ihm eine Kapuze über den Kopf und führten ihn an einen unbekannten Ort. Der schwerkranke Journalist war auf dem Weg zur Untersuchung ins Krankenhaus.

Nach neun Jahren Haft wurde Nizar Nayyuf am 6. Mai 2001 während des Besuchs des Papstes in Syrien entlassen. Die Polizei brachte ihn in das Haus seiner Familie in der Nähe der Küstenstadt Latakia, wo er unter Hausarrest gestellt wurde.

Anfang Juni besuchte ihn ein Vertreter von Reporter ohne Grenzen, dem gegenüber er den Wunsch äußerte, in Deutschland oder Frankreich medizinisch versorgt zu werden. Er teilte auch seine Befürchtung mit, man könne ihn bei seinem Besuch im Krankenhaus in Damaskus wieder verhaften.

Während seiner Inhaftierung verweigerte man Nayyuf eine adäquate medizinische Versorgung. Er hat Lymphknotenkrebs und leidet zudem unter den Folgen schwerer Misshandlungen. Wegen Folter auf dem sogenannten "deutschen Stuhl", bei dem die Wirbelsäule verletzt wird, ist Nizar Nayyuf teilweise gelähmt.

Der Mitarbeiter der Monatszeitung Sawt el Demokratia und der Zeitschrift Al-Huriyya et Al-Ma'arifa, wurde 1992 verhaftet und zu zehn Jahren Gefängnis sowie Entzug der bürgerlichen Rechte verurteilt. Er hatte ein Papier der Menschenrechtsorganisation "Komitee zur Verteidigung der Demokratischen Freiheiten" veröffentlicht, in dem Menschenrechtsverletzungen während der Wahlen 1991 verurteilt wurden.

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