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PRESSEMITTEILUNG Berlin, 31.5.2001

Philippinen:

Dritter Journalist innerhalb von sechs Monaten auf der Insel Mindanao ermordet

In einem Brief an den philippinischen Innenminister äußerte Reporter ohne Grenzen Bestürzung wegen des Mordes an dem Journalisten Candelario "Jun" Cayona am 30. Mai 2001. Die internationale Organisation zur Verteidigung der Pressefreiheit ist zutiefst besorgt über die Verschlechterung der Situation auf den Philippinen. Sie forderte den Innenminster auf, schnell zu reagieren und der Straflosigkeit für Morde an Journalisten ein Ende zu setzen.

Der 27-jährige Cayona war mit seinem Motorad auf dem Weg zum Radiosender DXLL in Zamboanga auf der Insel Mindanao, als er von zwei Unbekannten auf offener Straße erschossen wurde.

Der Journalist hatte Morddrohungen erhalten. Nach einem Interview mit dem Sprecher der Abu Sayyaf, das während der Geiselnahme auf Jolo im Jahre 2000 gesendet wurde, bedrohte der Kommandeur der Sondereinheit der philippinischen Armee in Zamboanga, Oberst Jovenal Narcise, Cayona am 17. September 2000: "Sollte ich hören, dass Sie Sabaya (den Sprecher der Abu Sayyaf) noch einmal interviewen, lege ich Sie um." Cayona sprach weiterhin mit der Abu Sayyaf, die seit dem 27. Mai 2001 erneut westliche Journalisten in Geiselhaft halten.

Zwei weitere Journalisten wurden innerhalb der letzten sechs Monaten auf der Insel Mindanao ermordet. Am 24. Februar 2001 erschossen Unbekannte Mohammed Yusop, Kommentator des Radiosenders RXID (Mitglied des Islamischen Rundfunks) in Pagadian Stadt.

Olimpio Jalapit, Journalist der privaten Radiostation DXPR wurde am 17. November 2000 ebenfalls in Pagadian Stadt erschossen. Keiner der Verdächtigen - unter ihnen ein ehemaliger Militäroffizier, den ein Zeuge identifiziert hatte - wurde verhaftet.

Journalisten sind oft Opfer von Überfällen oder erhalten Drohungen, sowohl von bewaffneten Gruppen - besonders von der Islamischen Befreiungsfront Moro - wie den Sicherheitskräften, die einander auf der überwiegend von Muslimen bewohnten Insel Mindanao bekämpfen.

Für weitere Informationen:

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