ROG AktuellROG Homepage
zurückArchivIndexVolltextsucheweiter

Pressemitteilung Berlin, 19.1.2001

Anlässlich des Gesprächs von Staatspräsident Kutschma mit Bundeskanzler Schröder in Berlin fordert Reporter ohne Grenzen:
Die Ukraine darf die Todesumstände des Journalisten Georgij Gongadse nicht länger vertuschen

Bericht einer Untersuchungsmission wird am 22. Januar veröffentlicht

Reporter ohne Grenzen (ROG) fordert den ukrainischen Präsidenten Leonid Kutschma dringend auf, den Fall des ermordeten Journalisten Georgij Gongadse völlig neu und gründlich zu untersuchen. Die internationale Menschenrechtsorganisation führte vom 5. bis 12. Januar eine Untersuchungsmission in der Ukraine durch.

Der Bericht nennt eine Häufung von schwerwiegenden Fehlern der ukrainischen Justizbehörden während der gesamten Ermittlungen über die Entführung und Ermordung des Journalisten. ROG wird dem Europarat empfehlen, die Mitgliedschaft der Ukraine zu suspendieren, falls deren Behörden während der kommenden Monate nicht die deutliche Bereitschaft zeigen, den Fall vollständig aufzuklären.

Die Ermordung Gongadses wurde zu einer Staatsaffäre, als am 28. November Aufzeichnungen von Telefonaten an die Öffentlichkeit gelangten, die vermutlich aus dem Büro des Staatspräsidenten stammen und eine Verwicklung höchster Regierungskreise nahe legen. Vor dem Hintergrund eines Machtkampfes zwischen Exekutive und Parlament ist um die Authentizität dieser Tonbänder und die Umstände ihrer Aufzeichnung ein heftiger politischer Streit entbrannt.

ROG ist nach Anhörung von mehreren Dutzend Zeugen (Familie und Freunde des Ermordeten, Ärzte, Richter und andere Juristen, Behördenvertreter, Journalisten) sowie nach einem Gespräch mit dem Staatspräsidenten Kutschma zu folgenden Ergebnissen gekommen:

Reporter ohne Grenzen fordert im Einzelnen: