ROG AktuellROG Homepage
zurückArchivIndexVolltextsucheweiter

Pressemitteilung Berlin, 8.7.2000

Iran

Anlässlich des Besuches des iranischen Staatspräsidenten Chatami fordert Reporter ohne Grenzen: Treibjagd auf kritische Journalisten beenden

Welle von Zeitungsverboten seit April 2000 Neun Journalistinnen und Journalisten in Haft

Reporter ohne Grenzen fordert Bundeskanzler Schröder auf, sich in den Gesprächen mit Präsident Chatami nachdrücklich für ein Ende der Repressionen gegenüber regimekritischen Medien sowie unabhängigen Journalistinnen und Journalisten im Iran einzusetzen:

Nach dem Erfolg der reformistischen Kräfte bei den Wahlen im Februar dieses Jahres verabschiedete das von Konservativen dominierte, scheidende iranische Parlament am 18. April noch ein Gesetz, das die Strafen für sogenannte Pressevergehen erheblich verschärfte. Dieses Pressegesetz beinhaltet unter anderem, dass mit Erscheinungsverbot belegte Zeitungen und Zeitschriften nicht unter neuem Namen publizieren dürfen. Es untersagt zudem allen Medien, Personen zu beschäftigen, die von den Revolutionsgerichten wegen "Gefährdung der Staatssicherheit" oder "Verbreitung von gegen den islamischen Staat gerichteter Propaganda" verurteilt wurden - ein faktisches Berufsverbot für regimekritische Autorinnen und Autoren.

* Seit April dieses Jahres wurden 19 verschiedene Publikationen verboten oder zeitweilig mit Erscheinungsverbot belegt. Allein am 23. April wurden neun reformistische Tageszeitungen, drei Wochenzeitschriften und die zweimontatlich erscheinende Iran-e-Farda verboten. Man schätzt, dass etwa 500 Journalistinnen und Journalisten dadurch zurzeit arbeitslos sind.

Nach einer Irankonferenz (der Heinrich-Böll-Stiftung) am 7. und 8. April in Berlin veröffentlichte das iranische Staatsfernsehen Aufnahmen dieser Konferenz, die von den iranischen Behörden als "anti-islamisch" und "antirevolutionär" beurteilt wurde und wird. An ihr hatten zahlreiche Persönlichkeiten teilgenommen, die mehrheitlich dem reformistischen Flügel zuzurechnen sind. Etliche Teilnehmer der Konferenz wurden nach ihrer Rückkehr in den Iran verhaftet.

Mindestens neun Journalisten sind nach Erkenntnissen von Reporter ohne Grenzen zurzeit in Haft - die Organisation fordert ihre sofortige Freilassung:

Reporter ohne Grenzen
Skalitzer Straße 101,
D-10997 Berlin
Germany
rog@snafu.de
Tel.: 49 - 30 - 615 85 85
Fax: 49 - 30 - 614 34 63

> empfehlen Sie diese Seite weiter!


[ zurück | Homepage | Aktuell | Archiv | Volltextsuche | weiter ]

© Reporter ohne Grenzen e.V.
Webmaster: Martin Mair


ACHTUNG: Archiv - Diese Seiten werden nicht mehr aktuallisiert!
Die aktuelle Website von "Reporter ohne Grenzen" finden Sie unter http://www.reporter-ohne-grenzen.de/