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Pressemitteilung Berlin, 3.7.2000

Philippinen / Jolo

Reporter ohne Grenzen verurteilt jede Geiselnahme oder Erpressung von Journalisten

ROG fordert die Geiselnehmer des SPIEGEL-Korrespondenten Andreas Lorenz auf, ihn unverzüglich freizulassen.

Die Organisation bittet zudem den philippinischen Innenminister Alfredo Lim in einem Schreiben, alles für die Freilassung des Journalisten zu tun.

Andreas Lorenz

Offenbar ist Andreas Lorenz am Sonntag, dem 2. Juli, während seiner Recherchetätigkeit entführt worden. Nach Polizeiangaben hat er sich mit einer Kontaktperson treffen wollen und ist dabei von bewaffneten Männern verschleppt worden. Diese sollen der Rebellengruppe Abu Sayyaf angehören. Andreas Lorenz ist den bisherigen Informationen zufolge seiner Korrespondentenpflicht nachgekommen, als er ein Treffen an einem öffentlichen Ort vereinbarte, bei dem ihm angeblich Dokumente für seine Recherche übergeben werden sollten. Diese Verabredung war allem Anschein nach eine Falle.

Reporter ohne Grenzen stellt fest:

Journalisten sind entsprechend den Regelungen der Genfer Konvention bei internationalen Konflikten als Zivilpersonen und Beobachter geschützt. Reporter ohne Grenzen fordert, dass dies auch im Falle nationaler Konflikte und Bürgerkriege von den Konfliktparteien anerkannt wird.

Kritisch sieht Reporter ohne Grenzen allerdings die Versuche von Journalisten, auf eigene Faust zu den Geiseln auf Jolo zu gelangen. Angesichts der Unberechenbarkeit der Geiselnehmer und der offenkundigen Fraktionierung der Guerillaorganisation müssen Journalisten sich der großen Gefahr bewusst sein, der sie sich mit solchen Aktionen aussetzen.

Wie das Beispiel Tschetschenien gezeigt hat, sind Erpressungen von Lösegeldern für Journalisten ein probates Mittel für Rebellen, ihren bewaffneten Kampf zu finanzieren.

Reporter ohne Grenzen weist weiter darauf hin, dass die Geiseln selbst sich äußerst kritisch über die häufigen Besuche von Journalisten geäußert haben.

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